• vom 23.05.2014, 14:18 Uhr

Forschung

Update: 23.05.2014, 15:37 Uhr

Österreichische Forscher digitalisierten Ausgrabung auf Santorin




  • Artikel
  • Lesenswert (1)
  • Drucken
  • Leserbrief





Wien/Insel Santorin. Etwa 1600 v. Christus kam es auf der griechischen Insel Santorin zu einem verheerenden Vulkanausbruch, der die bronzezeitliche Siedlung Akrotiri unter einer Ascheschicht begrub. Österreichische Forscher haben nun die von Erdbeben und Verfall bedrohte Ausgrabungsstätte von Akrotiri dreidimensional digital dokumentiert. Mit diesen Daten wurden Teile der Stadt realistisch digital rekonstruiert.

Werbung

Akrotiri gilt als das "minoische Pompeji". Ähnlich wie die beim Ausbruch des Vesuv im Jahr 79 n. Chr. verschüttete süditalienische antike Stadt Pompeji bietet Akrotiri einzigartige Einblicke in die Welt und Kultur vergangener Zeiten - im Fall Akrotiris in die Bronzezeit in der Ägäis. Mächtige Schichten von Bimsstein und Vulkanasche haben Teile Akrotiris während der Blütezeit der Stadt in einem exzellenten Zustand konserviert.

Einmaliges Kulturdenkmal
Griechische Archäologen haben seit 1967 bis zu drei Stockwerke große, erhaltene Häuser, einmalige Wandmalereien und tausende archäologische Fundobjekte freigelegt. Diesem einmaligen Kulturdenkmal droht nach dem katastrophalen Ausbruch des Vulkans Thera - so auch der antike Name der Insel - vor etwa 3.600 Jahren erneut die Zerstörung durch Erdbeben und Verfall, heißt es in einer Aussendung des Ludwig Boltzmann Institut für Archäologische Prospektion und Virtuelle Archäologie in Wien. Zudem würden die Sparmaßnahmen in Griechenland dringend notwendige Restaurierungs-und Erhaltungsmaßnahmen behindern.

In Österreich entwickelte Technologie
Eine internationale Gruppe von Wissenschaftern um Immo Trinks vom Boltzmann-Institut hat nun die gesamte Ausgrabungsstätte von Akrotiri mithilfe von in Österreich entwickelter 3D-Laserscanner-Technologie digital dokumentiert. Mit dieser Technik lassen sich Innen- und Außenbereiche ganzer Gebäude berührungslos mit Millimetergenauigkeit digital erfassen. In Kombination mit fotogrammetrischen Methoden konnte die Ausgrabungsstätte so vollständig fotorealistisch dokumentiert werden.

Das Wiener Medienunternehmen 7reasons hat mit diesen Daten Teile von Akrotiri am Computer realistisch rekonstruiert. Unterstützt wurde die Arbeit von der National Geographic Society, die aktuelle Ausgabe des Magazins "National Geographic Deutschland" berichtet in ihrer aktuellen Ausgabe über das Dokumentationsprojekt.



Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2014-05-23 14:19:16
Letzte Änderung am 2014-05-23 15:37:25



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Getreide schluckt Wasserreserven
  2. Gleichheit frisst ihre Kinder
  3. Tod am Great Barrier Reef
  4. Arktische Eisdecke noch nie so klein wie heuer
  5. 2017 wird erneut Jahr mit extremen Wetterphänomenen
Meistkommentiert
  1. Schwarze Löcher vor die Kamera
  2. 2017 wird erneut Jahr mit extremen Wetterphänomenen
  3. Beginn einer Erfolgsgeschichte
  4. Das Klima prägt die Form der Nase
  5. Ein Gefühl wie Mohr im Hemd

Werbung





Werbung