• vom 15.10.2014, 19:02 Uhr

Forschung


Ornithologie

Dem Vogel auf der Lauer




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  • Österreich erhält als letztes europäisches Land eine Warte für die Zugvögelforschung.

Wien. Als letztes europäisches Land bekommt nun auch Österreich eine Vogelwarte für die Forschung an Zugvögeln. Diese werden unter anderem markiert, um deren Wanderungen nachvollziehen zu können, vor allem aber wird die Warte eine zentrale Ansprechstelle für alle Wissenschafter, Amateure und Behörden sein, die sich mit Vögeln beschäftigen, so deren Leiter Leonida Fusani, Professor an der Veterinärmedizinischen Uni und der Uni Wien.

Mit der vogelkundlichen Arbeit wolle man an der Warte Anfang 2016 beginnen. Die Zeit bis dahin benötige man, um die notwendigen Strukturen wie etwa Datenbanken und Server aufzubauen, erklärt der Ornithologe. Der Hauptsitz der Vogelwarte wird am Konrad-Lorenz-Institut in Wien-Ottakring sein, bald soll auch in Grafenwörth in Niederösterreich eine Außenstelle eröffnen.


Bis jetzt würde "aus historischen Gründen" die deutsche Vogelwarte in Radolfzell am Bodensee die Wanderungen der Vögel in Österreich beobachten und verfolgen, so Fusani. "In letzter Zeit gab es für Österreich aber mehr und mehr Gründe, ein eigenes Observatorium zu haben." Die EU würde etwa jedes Mitgliedsland auffordern, jährlich über die Vogelzüge zu berichten.

Auch Umweltschutz
wird profitieren

Finanziert werde die Einrichtung vom Wissenschaftsministerium, das dafür Gelder für Fusanis gemeinsame Professur an der Uni Wien und der Vetmed bereitgestellt hat. Gabor Wichmann von Birdlife Austria bezeichnete die Österreichische Vogelwarte als "tolle Sache", die man schon lange versucht habe zu etablieren. Die Vogelzugforschung liege hierzulande relativ brach, sagt er. Doch gerade der Alpenraum wäre, was den Vogelzug betrifft, ein sehr interessantes Gebiet.

Neben der Grundlagenforschung sei es auch für den Umweltschutz relevant, wo, wann und wie Vögel durchziehen, erklärte Wichmann. Mit diesem Wissen könne man etwa ihre Rastplätze schützen und die Infrastruktur im Alpenraum besser planen, zum Beispiel, wo man Windkraftanlagen und verschiedene Leitungen bauen soll und wo besser nicht.

Fusani forscht unter anderem dazu, wie Zugvögel entscheiden, wann und wo sie eine Rast einlegen. Rasten sie etwa auf einer Meeresinsel oder in einer Wüstenoase, müssen sie vor dem Aufbruch wissen, ob sie genug Energie getankt haben, um die Reise bis zur nächstmöglichen Raststation fortsetzen zu können.




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Dokument erstellt am 2014-10-15 19:05:02



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