• vom 30.12.2015, 22:05 Uhr

Forschung


Teilchenphysik

Den Teilchen auf der Spur




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  • Mit Fabiola Gianotti leitet erstmals eine Frau das Kernforschungszentrum Cern.

Fabiola Gianotti leitet das Kernforschungszentrum in Genf.

Fabiola Gianotti leitet das Kernforschungszentrum in Genf.© Cern Fabiola Gianotti leitet das Kernforschungszentrum in Genf.© Cern

Genf/Rom. (est/apa) Sie gehört zu den Forschern, die das masseverleihende Higgs-Teilchen entdeckt haben: Ab 1. Jänner übernimmt die Italienerin Fabiola Gianotti als erste Frau die Führung des Europäischen Zentrums für Teilchenphysik Cern in Genf. Die 55-jährige Römerin folgt dem seit 2007 amtierenden deutschen Physiker Rolf-Dieter Heuer, der die Präsidentschaft der Deutschen Physikalischen Gesellschaft übernimmt.

Gianotti war Leiterin der Atlas-Arbeitsgruppe, die am Teilchenbeschleuniger LHC (Large Hadron Collider) nach dem Higgs-Boson gefahndet hatte. Die Existenz eines Teilchens, das Masse verleiht, hatten knapp ein halbes Jahrhundert zuvor der Brite Peter Higgs und der Belgier Francois Englert vorausgesagt. Nachdem ihre Theorie 2012 am Cern bewiesen wurde, erhielten die beiden Forscher 2013 den Physik-Nobelpreis. Der Nachweis gilt als bedeutendster Erfolg des größten Teilchenforschungslabors der Welt.

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Gianotti wurde an der Universität Mailand in Teilchenphysik promoviert und ist seit 1987 am Cern tätig, wo sie mehreren Experimenten beteiligt war. Ab 1992 arbeitete sie am Atlas-Detektor. Ende der 1990er Jahre war sie auch an der Suche nach supersymmetrischen Teilchen beteiligt. 2009 wurde Gianotti Sprecherin der Atlas-Kollaboration, an der bis zu 3000 Physiker beteiligt sind und die 2012 die Entdeckung eines mit dem Higgs-Boson kompatiblen Teilchens bekannt gab. 2012 war die Physikerin eine der Preisträgerinnen des Special Fundamental Physics Prize für die wahrscheinliche Entdeckung des Higgs-Boson. Ebenfalls 2012 erhielt sie die Goldmedaille der Stadt Mailand und 2013 den Premio Enrico Fermi der italienischen physikalischen Gesellschaft.

Fabiola Gianotti übernimmt das Amt an der Spitze des Cern für fünf Jahre. In ihrem Führungsteam ist auch ein Österreicher: Der Wiener Teilchenphysiker Manfred Krammer wird Leiter des Department für experimentelle Physik.

Die Infrastruktur des Cern wird von mehr als 10.000 Forschern aus 100 Ländern genutzt, die an der Suche nach den Bausteinen des Universums beteiligt sind. Derzeit tragen 20 europäische Mitgliedstaaten den Cern.




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Dokument erstellt am 2015-12-30 17:29:05



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