• vom 17.05.2016, 17:43 Uhr

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FWF hat neue Spitze




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  • Biologe Klement Tockner ist designierter Präsident des Wissenschaftsfonds.

Kein leichtes Erbe tritt Tockner als FWF-Chef an.

Kein leichtes Erbe tritt Tockner als FWF-Chef an.© apa/A. Küchenmeister Kein leichtes Erbe tritt Tockner als FWF-Chef an.© apa/A. Küchenmeister

Wien. (est) Klement Tockner, Direktor des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei sowie Professor für Aquatische Ökologie an der Freien Universität Berlin, ist der designierte Präsident des Wissenschaftsfonds FWF. Er wurde am Dienstagnachmittag bei einem Hearing vom Aufsichtsrat des FWF gewählt.

Als wissenschaftliche Vizepräsidenten bringt er Ellen Zechner von der Universität Graz für den Fachbereich Biologie und Medizin, Gregor Weihs von der Universität Innsbruck für Naturwissenschaften und Technik und Gerlinde Mautner von der Wirtschaftsuniversität Wien für Geistes- und Sozialwissenschaften mit.


"Die Wahl fiel nicht leicht. Wir wünschen eine gute geografische und sachliche Verteilung der Persönlichkeiten im Präsidium und wollen jemanden, der Wissenschaft mit Leben erfüllt und bereits in den letzten Jahren eine tolle Performance geliefert hat", sagte Aufsichtsratspräsident Georg Sünkel nach der Wahl zur "Wiener Zeitung": "Klement Tockner hat ein Institut mit 400 Mitarbeitern, das vor ihm nicht besonders toll funktionierte, zur Exzellenz geführt." Tockner (53) ist seit 2007 Direktor des größten Forschungszentrums für Binnengewässer in Deutschland. Seit 2005 ist er Titular-Professor an der ETH Zürich, wo er bis 1999 als Oberassistent und danach bis 2007 bei der zur ETH gehörenden Wasserforschungsanstalt Eawag tätig war. Der gebürtige Steirer wurde 1993 an der Universität Wien promoviert. Nun gibt er seine Posten in Ökologie, Biodiversität und nachhaltiges Gewässermanagement in Deutschland auf, um per 1. September nach Wien zurückzukehren. Der FWF-Präsident ist künftig nicht mehr ehrenamtlich, sondern hauptberuflich tätig.

Schweres Erbe Finanzierung
Tockner tritt kein leichtes Erbe an. Die zentrale Förderstelle für Grundlagenforschung in Österreich kämpft seit Jahren mit Unterfinanzierung. Derzeit laufen 2300 vom Fonds geförderte Forschungsprojekte, 2015 wurden 655 Projekte neu bewilligt. Das Gesamtbewilligungsvolumen betrug im Vorjahr 204,7 Millionen Euro und damit nur 20,3 Prozent der eingereichten Fördersummen. Im internationalen Vergleich gilt dieser Anteil als Untergrenze im öffentlichen Förderwesen in der Grundlagenforschung.

"Ich danke dem Aufsichtsrat für sein Vertrauen in meine Person", sagte Tockner nach seiner Wahl. "Nun gilt es, sich den Herausforderungen, denen der FWF gegenübersteht, zu stellen und die Zukunft des FWF gemeinsam zu gestalten. Um in Österreich wissenschaftliche Exzellenz noch sichtbarer und wirksamer als bisher zu entwickeln, muss der Wissenschaftsfonds ideell und materiell erheblich gestärkt werden. Das sehe ich als meinen Auftrag."

Ende dieser Woche endet weiters die Bewerbungsfrist für den neuen kaufmännischen Vizepräsidenten, über dessen Bestellung bis 4. Juli entschieden werden soll. Die Position ist derzeit mit Dorothea Sturn besetzt.




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Dokument erstellt am 2016-05-17 17:47:04



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