• vom 29.09.2016, 16:19 Uhr

Forschung


Gesundheit

Präventiv gegen Herzerkrankungen




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  • Zahl der Herztoten ist zurückgegangen, Experten warnen aber vor einem Wiederanstieg.

Wien. Die Zahl der auf Herz-Kreislauferkrankungen zurückführenden Todesfälle ist in den vergangenen Jahren in Österreich massiv zurückgegangen. Grund dafür sind vor allem Fortschritte in der Medizin, während es in der Prävention noch Defizite gebe, worauf Experten am Donnerstag anlässlich des Weltherztages aufmerksam machten.

Finnen zeigen, wie es geht
Nikotin, ungesunde Ernährung und dadurch bedingtes Übergewicht seien wesentliche Faktoren, die das Risiko für derartige Erkrankungen erhöhen. Diese Gefahren ließen sich auf einfache Art und Weise reduzieren. "Leider haben die Verantwortlichen im Gesundheitssystem noch immer nicht erkannt, welches Potenzial in sinnvollen Präventionsmaßnahmen steckt", kritisierte Otmar Pachinger, Präsident des Österreichischen Herzfonds. Vorbeugung könnte nicht nur menschliches Leid, sondern auch Budgetmittel ersparen. Allerdings ließen sich die Ersparnisse nicht innerhalb einer Legislaturperiode realisieren, setzte Pachinger einen politischen Seitenhieb.


Nach 25 Jahren gezielter Präventionsprogramme sei Finnland nun das Land mit der niedrigsten herzbedingten Sterblichkeit. Davor zählte es zu den Staaten mit der höchsten Sterblichkeit bei Herzerkrankungen. Als oberste Priorität sieht Pachinger Maßnahmen gegen das zunehmende Übergewicht. Als Vorzeigeprojekt gelte Eddy, bei dem Schüler im Alter von elf bis 14 Jahren zwei Semester lange geschult wurden und mehr Bewegung machten. Die Kinder nahmen weniger Fast-Food-Produkte, Süßigkeiten oder salzige Snacks zu sich und senkten ihren Körperfettanteil.

In der Behandlung von Diabetes und überhöhter Cholesterinwerte ist die Forschung wieder einen Schritt weitergekommen. So stehen bei Diabetes zwei neue Substanzklassen zur Verfügung. Die sogenannten SGLT2-Inhibitoren bewirken ein verstärktes Ausscheiden von Glucose über den Harn. Das senkt nicht die Blutzuckerkonzentration und führt zu einem Kalorienverlust. Die Patienten verlieren an Gewicht und haben auch bessere Blutdruckwerte.

Neue Substanzklassen
Die zweite Gruppe, die GLP1-Antagonisten, führen zu einer verstärkten Insulinausschüttung, aber nur dann, wenn der Spiegel zu hoch ist. Ebenso senken sie die Ausschüttung des Hormons Glucagon nur dann, wenn die Blutzuckerkonzentration nicht ohnehin schon zu tief ist.

Mit PCSK9-Inhibitoren stehen monoklonale Antikörper zur Verfügung, die einen verstärkten Abbau des schädlichen LDL-Cholesterins bewirken. Diese teuren Medikamente werden ab Oktober in bestimmten Fällen auch Kassenpatienten zur Verfügung stehen, betonte der Diabetologe Bernhard Ludvik.




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Dokument erstellt am 2016-09-29 16:23:03



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