• vom 25.11.2016, 16:51 Uhr

Forschung

Update: 26.11.2016, 11:20 Uhr

Forschungsförderung

"Die Nationalstiftung ist mittellos"




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Von Eva Stanzl

  • Geplantes Forschungspaket ist ein Anfang, doch Unis und Nationalstiftung benötigen weitaus mehr, sagt RFT-Chef Hannes Androsch.

Androsch: Zusätzliches Geld für Unis ist vorhanden, nur gehört ordentlich gewirtschaftet.

Androsch: Zusätzliches Geld für Unis ist vorhanden, nur gehört ordentlich gewirtschaftet.© Stanislav Jenis Androsch: Zusätzliches Geld für Unis ist vorhanden, nur gehört ordentlich gewirtschaftet.© Stanislav Jenis

"Wiener Zeitung": Zusätzliche 700 Millionen Euro sollen laut Minisiterratsbeschluss von 2018 bis 2021 in die Forschung fließen. Die im internationalen Vergleich unterdotierten Universitäten bekommen jedoch davon nichts. Dieser Schritt wird damit argumentiert, dass Uni-Budgets gesondert verhandelt werden und die Hochschulen am stärksten von dem 2018-21 um 281 Millionen Euro gesteigerten Budget des Wissenschaftsfonds FWF profitieren, der Forschungsmittel kompetitiv vergibt. Sehen Sie das auch so?

Hannes Androsch: Dieses Argument reicht nicht, weil jeder Vergleich mit deutschen oder Schweizer Universitäten mehr als deutlich macht, in welcher katastrophalen Weise unsere Universitäten unterfinanziert sind. 80 Prozent der Grundlagenforschung findet an Universitäten statt - dennoch verlaufen die Staatseinnahmen, Steuerbelastungsquoten, Mehreinnahmen und die Ausgaben für universitäre Grundlagenforschung keineswegs parallel. Und was den FWF betrifft, so erfährt er jetzt ab 2018 eine gewisse Aufstockung. Er bleibt dennoch weit hinter dem Schweizer Nationalfonds, der derzeit das vierfache Jahresbudget hat. Das kann man nicht schönreden.

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Um wie viel soll es mehr sein?

Die Universitäten sind um drei Milliarden Euro unterfinanziert. Das ist weniger als ein Drittel der genannten Mehreinnahmen. In einem ersten Schritt wäre aber schon viel getan, wenn die Hälfte zur Verfügung gestellt würde und dabei 1, 2 Milliarden Euro der Forschung zugerechnet würden.

Derzeit werden nur 44 Prozent der Uni-Budgets der Forschung zugerechnet - und jetzt kommt der Witz: Die Universitäten müssen Mieten für Gebäude dem Bund zurückzahlen und diese Mieten werden auch als Forschungsausgaben gerechnet. Außerdem geben wir jedes Jahr Milliarden zusätzlich für die Pensionen aus, weil wir eines der niedrigsten Pensionsantrittsalter haben, und wenden unnötig viel Geld für die Familienförderung auf ohne die Möglichkeit, es in die vorschulische Bildung zu stecken. Ich will das Forschungspaket nicht kleinreden, aber es reicht nicht, um die Ziele der Forschungsstrategie zu erreichen, 3,76 Prozent des BIP per 2020 für die Forschung auszugeben.

Derzeit liegen wir bei einer Forschungsquote von 3,07 Prozent.

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Dokument erstellt am 2016-11-25 16:56:05
Letzte ńnderung am 2016-11-26 11:20:32



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