• vom 01.12.2016, 18:00 Uhr

Forschung


Gesundheit

Zika kennt noch mehr Wege in Embryonen-Gehirne




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    Wien.(est) Zika kennt offenbar mehr als nur einen Weg in die Gehirne von Embryonen im Mutterleib, berichten US-Forscher. Sie stellten fest, dass sich das Virus als weitaus komplexer entpuppt als angenommen.

    Seit dem Zika-Ausbruch in Südamerika vor rund einem Jahr haben sich hunderte Frauen während der Schwangerschaft mit dem durch Mücken übertragbaren Erreger infiziert und Babys mit Mikrozephalie, also zu kleinen Köpfen und Gehirnen, und anderen neurologischen Erkrankungen zur Welt gebracht. In den Gehirnen von Embryonen greift das Virus vorwiegend jene Bereiche an, die das Wachstum der Nervenzellen steuern.


    Bisher gingen die Forscher davon aus, dass Zika sich über ein Eiweiß an der Zelloberfläche namens AXL Zutritt verschafft. Wissenschafter des Harvard Stem Cell Institute und der Pharmafirma Novartis berichten nun aber im Fachmagazin "Cell Stem Cell", dass der Erreger mehr als einen Weg ins Zentrum der Wachstumszellen kennt. Sie konnten zeigen, dass er in die wachstumssteuernden Zellen, genannt neuronale Vorläuferzellen, einbricht, auch wenn diese kein AXL-Eiweiß an ihren Oberflächen erzeugten.

    Zurück zum Anfang
    "Die Erkenntnisse kalibrieren das Forschungsfeld neu, weil sie aussagen, dass wir damit komplett am Anfang stehen", so Ko-Autor Kevin Eggan in der Publikation. Der Stammzellenforscher betont, dass Forschung zu AXL alleine zu keinem wirksamen Schutz vor Mikrozephalie führen werde.

    Die Wissenschafter untersuchten den Prozess an Kulturen menschlicher Vorläuferzellen, die AXL nicht enthielten. Dazu züchteten sie im Labor "Mini-Gehirne", sogenannte Organoide. Die Forscher werden sich in Folge auch mit anderen Rezeptorproteinen beschäftigen, die Zika-zugänglich sein könnten. Ziel ist die Entwicklung einer Impfung oder von Medikamenten.




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    Dokument erstellt am 2016-12-01 16:53:03



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