• vom 12.12.2016, 16:14 Uhr

Forschung


Forschungsförderung

100 Professuren und 1000 Ideen




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  • Wissenschaftsfonds will Spitzenforschung fördern und Nachwuchs-Perspektiven bieten.

Wien. Dem Präsidenten des Wissenschaftsfonds FWF, Klement Tockner, hat die Regierung bis 2021 zusätzlich 281 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Der seit September amtierende Chef von Österreichs größter Agentur zur Förderung der Grundlagenforschung stellte am Montag gemeinsam mit Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner seine Pläne für diese Mittel sowie "Strategische Vorhaben 2017-2020" vor.

Dass er von der Bundesregierung im Rahmen der Anfang November beschlossenen "Forschungsmilliarde" auf ein gesteigertes Budget hoffen darf, erhöht Tockners Spielraum. Nach stagnieredenden Mitteln in den vergangene Jahren soll das FWF-Budget nämlich nun von derzeit 184 Millionen Euro sukzessive auf bis zu 290 Millionen Euro 2021 angehoben werden. "Damit steigt für den FWF bis 2021 das jährliche Budget um 50 Prozent", erklärte Mitterlehner. Bis zu 1400 Forscher könnten zusätzlich pro Jahr gefördert werden und die Genehmigungsquote steige von derzeit 20 auf 30 Prozent. Tockner bezeichnete die "Aufbruchsmilliarde" als "ganz mutiges und ausgesprochen wichtiges Signal", man habe damit "ein ganz dickes Brett gebohrt".

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Risikoreiche Forschung
Konkret plant der FWF-Chef etwa 100 "Zukunftsprofessuren". Ohne thematische Vorgabe sollen Unis und Forschungseinrichtungen im Wettbewerb die besten Leute anziehen. In vier Tranchen sollen ab Ende 2017 jährlich 25 solcher Professuren ausgeschrieben und Nachwuchsforschern Karriereperspektiven ("Tenure Track") in Aussicht gestellt werden. Die Vorschläge sollen von den Unis kommen, die Auswahl der FWF treffen. Der Fonds finanziert diese Professuren für fünf Jahre, Tockner rechnet mit 300.000 Euro pro Jahr. Die langfristige Finanzierung müssten dann die Unis sicherstellen. Weiters sollen in einem "1000-Ideen-Programm" risikoreiche Forschungsthemen gefördert werden, die in herkömmlichen Verfahren wenig Chancen auf Bewilligung haben.

Tockner will auch Teile der Gesellschaft in die Auswahl von Programmen einbinden und den Dialog von Forschung, Gesellschaft und Wirtschaft stärken. Weiters sollen im Rahmen einer "Allianz österreichischer Wissenschaftsorganisationen" Synergien durch Partnerschaften mit anderen Fördereinrichtungen und Bundesländern geschaffen werden. Mit der Einrichtung einer FWF-Stiftung sollen mehr private Investoren für die Grundlagenforschung gewonnen werden.

Mit den in Aussicht gestellten höheren Mittel will der FWF auch wieder Overhead-Kosten abdecken, die den Unis durch FWF-geförderte Projekte entstehen. Diese Abgeltungen wurden in den vergangenen Jahren zurückgefahren, Tockner will nun vorerst zehn Prozent der Kosten bezahlen, als Ziel nannte er 25 Prozent.




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Dokument erstellt am 2016-12-12 16:17:05



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