• vom 19.12.2016, 16:19 Uhr

Forschung

Update: 19.12.2016, 16:43 Uhr

Gravitationswellen

Zika-Detektivin und Planetenjäger




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Von Andrea Barthelemy

  • Von Gravitationswellen über Künstliche Intelligenz bis zu Gleichbehandlung: Forscher des Jahres 2016.

Nächster Planet: das Universum, von der Oberfläche von Proxima b aus gesehen.

Nächster Planet: das Universum, von der Oberfläche von Proxima b aus gesehen.© apa/afp/Kornmesser Nächster Planet: das Universum, von der Oberfläche von Proxima b aus gesehen.© apa/afp/Kornmesser

Washington. (dpa) Das Fachmagazin "Nature" hat die einflussreichsten Forscher des Jahres 2016 gekürt. Ihre Arbeitsgebiete reichen von Gravitationswellen über Künstliche Intelligenz bis hin zu Minderheitenrechten - unter den Forschern ist auch eine Kernphysikerin, die früher ein Mann war. "Die Wissenschafter auf der Nature-Zehnerliste sind eine diverse Gruppe", betonte "Nature"-Herausgeber Richard Monastersky: "Aber sie alle haben wichtige Rollen in großen Wissenschaftsereignissen des Jahres gespielt, mit dem Potenzial, eine Veränderung auf globaler Ebene zu bewirken." Ein Überblick über die herausragenden und auch kontroversen Leistungen:

Go-Champion. Als Mitbegründer der Londoner Firma Deep Mind arbeitet Demis Hassabis an denkenden Maschinen. Zu Jahresbeginn gelang ein Schritt in diese Richtung: Seine Intelligenz-Software AlphaGo besiegte den südkoreanischen Meister im Strategiespiel Go, Lee Sedol, gleich mehrere Male. Go mit seinen vielen möglichen Spielzügen galt als zu komplex für Computer - für "Nature" ein Musterbeispiel für das sich beschleunigende Potenzial künstlicher Intelligenz.

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Korallenfreund. Terry Hughes, einer der führenden Korallenforscher, hat entdeckt, dass das Great Barrier Reef in Australien die schlimmste je erfasste Korallenbleiche zu verkraften hatte. In einer 700 Quadratkilometer großen Region starben zwei Drittel der Korallen, weil sie lebenswichtige Algen verloren hatten und durch steigende Wassertemperaturen förmlich gekocht wurden. Hughes ist nun auch zum Sprachrohr der Umweltschützer geworden: "Das Zeitfenster, in dem wir dem Klimawandel entgegentreten können, schließt sich."

Zika-Detektivin. Als in Brasilien die ersten Kinder mit zu kleinen Köpfen geboren wurden, wurde die Medizinerin Celina M. Turchi von der Regierung beauftragt, dem Mysterium nachzugehen. Die Expertin für Infektionskrankheiten kontaktierte Fachleute aus aller Welt und bildete eine Task Force. Das Networking zahlte sich aus: Ein Zusammenhang zwischen Zika-Infektionen im ersten Drittel der Schwangerschaft und Schädel- und Hirnfehlbildungen konnte nachgewiesen werden.

Kühl-Experte. Dank des Niederländers Guus Velders wird das schädliche Kühlmittel und Treibhausgas FKW aus Kühlschränken verschwinden. Der Atmosphäre-Chemiker aus Bilthoven legte bei den Klimaverhandlungen in Ruanda im Herbst die entscheidenden Zahlen vor, die der Staatengemeinschaft einen Bann von Fluorkohlenwasserstoff ermöglichten.

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Dokument erstellt am 2016-12-19 16:23:05
Letzte nderung am 2016-12-19 16:43:35



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