• vom 08.02.2017, 11:45 Uhr

Forschung

Update: 08.02.2017, 11:48 Uhr

Geologie

Forscher fanden gewaltigen Urzeit-Erdrutsch am Great Barrier Reef




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Von WZ Online, APA, AFP

  • Australien möglicherweise von bis zu 27 Meter hohen Tsunami-Wellen überschwemmt.

Sydney. Australien ist vor rund 300.000 Jahren infolge eines gewaltigen Unterwasser-Erdrutsches am Great Barrier Reef möglicherweise von einer riesigen Flutwelle überschwemmt worden. Wie Wissenschafter am Mittwoch mitteilten, löste der anscheinend durch ein Beben verursachte Abbruch am Kontinentalschelf Australiens vermutlich einen Tsunami aus, der mit bis zu 27 Metern auf die Ostküste traf.

Die Hinweise auf die Naturkatastrophe wurden demnach bei der Erstellung eines dreidimensionalen Kartenbilds des Korallenriffs gefunden. Aus dem Kontinentalschelf Australiens sei damals rund 75 Kilometer vor der Küste ein "riesiges Stück" von 20 Kilometern Länge und acht Kilometern Tiefe herausgebrochen, sagte der Wissenschafter Robin Beaman von der James-Cook-Universität im Bundesstaat Queensland. Mit 32 Kubikkilometern seien die ins Rutschen geratenen Erdmassen rund 30 Mal so groß gewesen wie der Uluru, sagte Beaman mit Blick auf den auch als Ayers Rock bekannten weltberühmten Monolithen in der australischen Wüste.

Keine dramatischen Auswirkungen

Die Wissenschafter, die ihren Fund im Fachmagazin "Marine Geology" dokumentierten, untersuchten zur zeitlichen Einordnung der Katastrophe fossile Kaltwasserkorallen aus einer Wassertiefe von 1,17 Kilometern. Die ältesten Korallen waren demnach rund 302.000 Jahre alt.

Dramatische Auswirkungen hatte der Tsunami nach Ansicht der Forscher vermutlich nicht: Das Great Barrier Reef habe schon damals wie ein riesiger "Wellenbrecher" gewirkt, sagte Beaman. Es sei eine "sehr wirksame" Schutzbarriere gegen Flutwellen. Die Auswirkungen von Tsunamis, die durch Erdrutsche ausgelöst würden, seien ohnehin örtlich begrenzt. Die Wellen bewegten sich außerdem schnell wieder zurück.

Das Great Barrier Reef ist das größte Korallenriff der Erde und ein bedeutendes Touristenziel. Es erstreckt sich mit einer Länge von mehr als 2.300 Kilometern vor der Ostküste Australiens und ist Heimat vieler seltener Tier- und Pflanzenarten. Das Riff ist aber durch Umweltverschmutzung und den Klimawandel stark bedroht.





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Dokument erstellt am 2017-02-08 11:46:41
Letzte ─nderung am 2017-02-08 11:48:05



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