• vom 14.08.2017, 11:43 Uhr

Forschung

Update: 14.08.2017, 12:03 Uhr

Psychologie

Klammern statt flüchten




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Von WZOnline, APA, dpa

  • Forscher studierten Angstreaktionen in Geisterhaus.

Solche Fotos aus der "Nightmares Fear Factory" dienten den Forschern als Grundlage für ihre Untersuchung.

Solche Fotos aus der "Nightmares Fear Factory" dienten den Forschern als Grundlage für ihre Untersuchung.© Nightmares Fear Factoy Solche Fotos aus der "Nightmares Fear Factory" dienten den Forschern als Grundlage für ihre Untersuchung.© Nightmares Fear Factoy

Paris. Angesichts eines plötzlichen Schreckens ergreifen Menschen in Gruppen nicht immer die Flucht, sondern klammern sich aneinander. Zu diesem Schluss kamen Forscher nach der Auswertung der Reaktionen von Besuchern eines Gespensterhauses.

Die Verhaltensforscher der Universität Neuenburg in der Schweiz und der "Ecole normale superieure" (ENS) in Paris haben 460 Fotos von Angstreaktionen aus der "Nightmares Fear Factory" in Niagara Falls (Kanada) untersucht. Ihre Ergebnisse zeigen, dass Menschen angesichts von Schreckens nicht unbedingt mit Flucht reagieren, wie die Wissenschafter kürzlich im Fachblatt "Royal Society Open Science" berichteten.

Information

Soziale Bindung

"Sobald man sich in einer Gruppe befindet, überwiegen die sozialen Bindungen dem Willen, nur an sich selbst zu denken", wurde Guillaume Dezecache von der Uni Neuenburg in einer Mitteilung seiner Hochschule zitiert. Individuen versuchen demnach sich zu beruhigen, indem sie ihre Begleitung am Arm ergreifen. Und sie erwarten, dass die andere Person das Gleiche tut - ein Ausdruck gegenseitiger Sorge.

"Die soziale Handlung, physischen Kontakt mit der anderen Person zu suchen, ist tatsächlich von dem Wunsch motiviert, sich selbst zu schützen", erklärte Julie Grezes von der ENS. Dies zeige sich darin, dass das gegenseitige Festhalten umso mehr abnimmt, je größer die Gruppe ist. "Oder, und das ist am erstaunlichsten, sobald Kinder dabei sind." Kinder klammerten sich mehr an anderen fest, würden aber selbst weniger festgehalten.

Ausnahmezustand: Geiselnahme und Attentate

Die Studie ist Teil einer Reihe von Untersuchungen über das Verhalten von Gruppen und Menschenmengen bei - manchmal extremer - Angst wie bei Geiselnahmen oder Attentaten. Anders als bei der Befragung von Überlebenden, die nur im Nachhinein mit etwas Abstand ihre subjektiven Eindrücke mitteilen können, fokussierte die nun veröffentlichte Studie auf die unmittelbare Angstreaktion.

Die Fotos stammten aus der Touristenattraktion "Nightmares Fear Factory", die ihren Besuchern das angsteinflößendste Erlebnis der Welt verspricht. Die "Angstfabrik" veröffentlicht regelmäßig Bilder von Besuchern im Augenblick des Schreckens, die von automatischen Kameras aufgezeichnet werden. Diese Fotos dienten den Forschern als Grundlage für ihre Untersuchung.

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Dokument erstellt am 2017-08-14 11:43:55
Letzte nderung am 2017-08-14 12:03:19



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