• vom 26.09.2017, 09:22 Uhr

Forschung

Update: 26.09.2017, 14:33 Uhr

Alternativ-Nobelpreis 2017

Im Kampf gegen Trinkwasserverseuchung




  • Artikel
  • Kommentare (1)
  • Lesenswert (1)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von WZ Online, APA

  • Weitere Auszeichnungen für Kampf gegen Korruption in Aserbaidschan sowie für Bürgerrechte in Äthiopien und Indien.

Die Preisträgerinnen und Preisträger 2017: Khadija Ismayilova (links oben), Colin Gonsalves (rechts oben), Robert Bilott (links unten) und Yetnebersh Nigussie (rechts unten).

Die Preisträgerinnen und Preisträger 2017: Khadija Ismayilova (links oben), Colin Gonsalves (rechts oben), Robert Bilott (links unten) und Yetnebersh Nigussie (rechts unten).© http://www.rightlivelihoodaward.org/ Die Preisträgerinnen und Preisträger 2017: Khadija Ismayilova (links oben), Colin Gonsalves (rechts oben), Robert Bilott (links unten) und Yetnebersh Nigussie (rechts unten).© http://www.rightlivelihoodaward.org/

Stockholm. Die Alternativen Nobelpreise 2017 stehen im Zeichen der globalen Gefährdung von Trinkwasser durch Chemikalien sowie der Bürgerrechte in verschiedenen Ländern. Die Preise gehen an den US-Umweltanwalt Robert Bilott, die aserbaidschanische Journalistin Khadija Ismayilova, die äthiopische Menschenrechtsaktivistin Yetnebersh Nigussie und den indischen Höchstgerichtsanwalt Colin Gonsalves.

Bilott erhält den undotierten Ehrenpreis. Das Preisgeld von drei Millionen Euro (314.603,91 Euro) teilen sich die übrigen Preisträger. Robert Bilott vertrat in einem sich über zwei Jahrzehnte hinziehenden Rechtsstreit mit dem Chemiekonzern DuPont 70.000 Menschen im US-Bundesstaat West Virginia, deren Trinkwasser jahrzehntelang mit Perfluoroctansäure (PFOA) verseucht worden war, was zu schweren Gesundheitsschäden bei Menschen und Tieren geführt hatte.

"Aufdeckung des Skandals nur Spitze des Eisbergs"

Ole von Uexkull, Direktor der Right Livelihood-Stiftung (RLA), die die Preise verteilt, kommentierte die Juryentscheidung bei der Bekanntgabe der Preise am Dienstag in Stockholm folgendermaßen: "Der Umweltskandal, den Robert Bilott aufgedeckt hat, ist nur die Spitze des Eisbergs der globalen Verschmutzung mit PFC. Dank seiner anhaltenden Arbeit wissen wir nun, dass diese Chemikalien eine ernsthafte Bedrohung für die öffentliche Gesundheit auf der ganzen Welt darstellen und dringend reguliert werden müssen."

Rechte für Menschen mit Behinderungen

Die blinde äthiopische Bürgerrechtskämpferin Yetnebersh Nigussie wird von der Jury für ihre Arbeit ausgezeichnet, "die Rechte von Menschen mit Behinderungen zu stärken und sich für deren Inklusion stark zu machen. Sie ermöglicht es Menschen, ihr Potenzial voll auszuschöpfen und verändert dabei die Denkweise in unserer Gesellschaft."

Anti-Korruptionskampf und Einsatz für Menschenrechte

Khadija Ismayilova erhält den Preis "für ihren Mut und ihre Hartnäckigkeit, Korruption auf höchster Regierungsebene durch herausragenden investigativen Journalismus aufzudecken". Es ist das erste Mal, dass ein Right Livelihood Award an eine Preisträgerin aus Aserbaidschan geht.

Der Anwalt am indischen Höchstgericht Colin Gonsalves (Indien) wird von der Jury geehrt "für seinen unermüdlichen und innovativen Einsatz vor Gericht, um die grundlegenden Menschenrechte von Indiens marginalisiertesten Bürgern zu schützen".

Werbung

1988 Right Livelihood Award Laureate Sahabat Alam Malaysia – Sarawak (SAM) from Right Livelihood Award on Vimeo.

Prominente Träger des Alternativ-Nobelpreises: 

Edward Snowden: Der US-amerikanische Whistleblower bekam den Preis 2014, "weil er mit Mut und Kompetenz das beispiellose Ausmaß staatlicher Überwachung enthüllt hat, die grundlegende demokratische Prozesse und verfassungsmäßige Rechte verletzt". In der schwedischen Regierung löste das große Aufregung aus. Abholen konnte Snowden, der seit 2013 in Russland im Exil lebt, die Auszeichnung nicht.

Astrid Lindgren: Die weltweit wohl berühmteste Schwedin hat den Alternativen Nobelpreis 1994 bekommen. Die Stiftung verlieh der Kinderbuchautorin den nicht dotierten Ehrenpreis für ihren "lebenslangen Kampf für die Rechte von Kindern".

Bianca Jagger: Die frühere Ehefrau von Rolling-Stones-Sänger Mick Jagger bekam den Preis 2004 für ihren Einsatz für Menschenrechte, soziale Gerechtigkeit und Umweltschutz. Sie habe gezeigt, "wie man Berühmtheit in den Dienst von Ausgebeuteten und Benachteiligten stellt", begründete die Stiftung die Wahl.

Zwei Österreicher sind unter den Ausgezeichneten: Der Zukunftsforscher Robert Jungk und der in Brasilien lebende Vorarlberger Bischof Erwin Kräutler.




1 Leserkommentar




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-09-26 09:25:15
Letzte ─nderung am 2017-09-26 14:33:51



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. "Wir alle wollen Astronauten werden"
  2. Der Sitz der Eifersucht
  3. Umweltwächter im All
  4. Hippokratischer Eid einer Neufassung unterzogen
  5. Hunde setzen Mimik möglicherweise bewusst ein
Meistkommentiert
  1. Der Sitz der Eifersucht
  2. Frauen großzügiger als Männer
  3. Schmarotzer mit Feuerkraft
  4. Am Gängelband der Gestapo
  5. Hirse für die Welternährung

Werbung





Werbung


Werbung