• vom 30.11.2017, 18:00 Uhr

Forschung


Genetik

Genetik der Ohrläppchen




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  • 49 Erbgutbausteine sind daran beteiligt, wie unsere Ohren gewachsen sind.

Angewachsen oder lose - das Ohrläppchen.

Angewachsen oder lose - das Ohrläppchen.© Fotolia/Makuba Angewachsen oder lose - das Ohrläppchen.© Fotolia/Makuba

Pittsburgh/Wien. (gral) Für Studenten der Genetik spielen Ohrläppchen eine gar nicht so unwesentliche Rolle. An ihnen lernen sie den Mendel’schen Regeln zufolge die Existenz sogenannter dominanter und rezessiver Gene kennen. Deren Vorkommen ist entscheidend dafür, wie so ein Ohrläppchen beschaffen ist. Diese können nämlich frei hängend oder angewachsen sein. Die dominant vererbten losen Läppchen kommen in der Bevölkerung doppelt so häufig vor wie die angewachsenen. Forscher der University of Pittsburgh Graduate School of Public Health haben nun erkannt, dass mindestens 49 Gene für diese Ausstattung eine Rolle spielen, wie sie im Fachblatt "American Journal of Human Genetics" berichten.

"Manchmal ist die Genetik eines ziemlich einfachen Merkmals in Wahrheit ganz vielschichtig", erklärt Studienautor John R. Shaffer. Aber mit dem Verständnis dieser Komplexität könnten die Forscher in der Entwicklung von Therapien für genetische Erkrankungen voran kommen. Etwa bei Menschen mit dem Mowat-Wilson Syndrom, wo etwa auch die Ohrstellung ein besonders markantes Merkmal darstellt.


Die Studie entstand in internationaler Zusammenarbeit mit Forschern aus Großbritannien und China. Die Daten dafür stammten aus dem US-amerikanischen Genetikkonzern 23andMe. Diese breite Zusammenarbeit ermögliche nicht nur eine besonders hohe Fallzahl, sondern auch einen Datenmix vieler ethnischer Zugehörigkeiten, betont der Genetiker Seth M. Weinberg.

Zuvor hatten die Forscher mit einer Studiengruppe von 10.000 Teilnehmern sechs Gene identifiziert, die mit der Beschaffung der Ohrläppchen in Verbindung stehen. Mit den zusätzlichen Daten von 23andMe konnten sie weitere 43 Gene ausmachen, die ebenso darin verwickelt sind. Derzeit wissen die Forscher allerdings lediglich, dass diese Gene etwas damit zu tun haben, aber nicht, ob sie in irgendeiner Art und Weise interagieren oder zusammenarbeiten. Der nächste Schritt wird nun sein, dies herauszufinden, heißt es in der Publikation.




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Dokument erstellt am 2017-11-30 16:50:11



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