• vom 05.09.2011, 14:41 Uhr

Geschichte

Update: 05.09.2011, 14:44 Uhr
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Sensationsfund

Antike Gladiatorenschule in Carnuntum "sicherlich nicht die letzte Entdeckung"



  • Vorerst keine Ausgrabungen, aber Erstellung eines 3D-Modells geplant

Petronell-Carnuntum. Die Entdeckung von umfangreichen Fundamenten einer antiken Gladiatorenschule ("Ludus") auf dem Areal des Archäologischen Parks Carnuntum (Bezirk Bruck a.d. Leitha) als archäologischer Sensationsfund von internationaler Bedeutung einzuschätzen. Das bekräftigte Markus Scholz (Römisch-Germanisches Zentralmuseum Mainz) per Videobotschaft in einer Pressekonferenz am Montag in Petronell.

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  Die Untersuchungen wurden vom Ludwig-Boltzmann-Institut für Archäologische Prospektion und Virtuelle Archäologie durchgeführt. Dessen Leiter Wolfgang Neubauer berichtete über die Dimensionen der 1.700 Jahre alten Anlage unmittelbar beim Amphitheater: Das Gesamtareal umfasst 11.000 Quadratmeter, davon 2.800 Quadratmeter der zentrale Hof, das Wohngebäude 170 Quadratmeter. Die größere Trainingsarena wies einen Durchmesser von 19 Metern auf, eine beheizbare Trainingshalle 100 Quadratmeter. Die in nur wenigen Stunden durch modernste Bodenradargeräte erstellten Aufnahmen zeigen Grundrisse und Grundmauern, die nun auch eine animierte Simulation der einzelnen Gebäude ermöglichen. Sogar die Estrichböden sind erhalten, "eine ganz große Besonderheit", so Neubauer.

"Das ist sicherlich nicht die letzte Entdeckung"  
Laut Franz Humer, wissenschaftlicher Leiter des Archäologischen Parks, gehen fündige Messtiefen bis zu zwei Meter in den Untergrund. Verfeinerte Aussagen werden durch weitere Oberflächensurveys möglich sein. Humer: "Das ist sicherlich nicht die letzte Entdeckung, die wir hier in Carnuntum in den nächsten Monaten und Jahren zu bieten haben werden." Die Ausbildungs- und Wohnstätte war vermutlich mit 40 bis 60 Gladiatoren belegt. Erfolgreiche Kämpfer konnten zu regelrechten Superstars aufsteigen. Allerdings, so Neubauer: "Die Lebenserwartung überdauerte meist nur vier, fünf Kämpfe."

  Landeshauptmann Erwin Pröll (V) erhofft sich nicht zuletzt zusätzliches öffentliches Interesse an der NÖ Landesausstellung. Neueste Technologie versetze in die Lage, fündig zu werden ohne Beschädigungsrisiko. Die Funde werden vorerst unter der Erde belassen, so Pröll, doch soll ein maßstabsgetreues 3D-Modell gestaltet werden. Auf die Frage, wann mit den Ausgrabungen begonnen werde, antwortete Neubauer mit einem medizinischen Vergleich: "Auch vor einer Operation sollte man noch alle möglichen tomographischen Befunde einholen, bevor man sich aufschneiden lässt."




Schlagwörter

Ausgrabung, Carnuntum

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2011-09-05 14:43:06
Letzte Änderung am 2011-09-05 14:44:38


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