• vom 24.09.2013, 16:28 Uhr

Geschichte


Mathematik

Geschichte kann berechenbar sein




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  • Forscher setzten Mathematik ein, um die Entstehung von Imperien zu ergründen.

Osmanische Sipahi (Reitersoldaten) vor Wien.

Osmanische Sipahi (Reitersoldaten) vor Wien.© wikimedia Osmanische Sipahi (Reitersoldaten) vor Wien.© wikimedia

Storrs/Knoxville (USA). (ski) Wie sind im Laufe der Geschichte in unterschiedlichen Regionen der Erde mächtige Imperien wie jene der Ägypter, Perser, Chinesen oder Römer entstanden?

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Ein Team aus britischen und US-amerikanischen Forschern um Peter Turchin von der University of Connecticut in Storrs ging mit mathematischen Mitteln an diese Fragen heran und berichtet darüber in den "Proceedings of the
National Academy of Sciences". Die mit Computer-Modellen entwickelten Simulationen konzentrierten sich dabei auf Europa, Afrika und Asien in der Zeit von 1500 vor bis 1500 nach Christus.

Die Wissenschafter erfassten dafür Parameter der Lebensräume, also zum Beispiel, ob es sich um Steppenlandschaften, Grünland oder Bergland handelte, und die Beschaffenheit der Ausgangskulturen, wieweit sich etwa bereits Landwirtschaft entwickelt hatte. Diese Daten integrierten sie in mathematische Modelle, die soziokulturelle Evolution, die Ausbreitung von verschiedenen Technologien und kriegerische Auseinandersetzungen simulierten.

Krieg und Technologien waren wichtigste Faktoren
Aus den Simulationen ließ sich mit 65 Prozent Genauigkeit voraussagen, wann und wo die größten komplexen Gesellschaften in der Geschichte der Menschheit entstanden sind. Die wichtigste Einflussgröße, die den Grad der Übereinstimmung zwischen Modell und Historie bestimmte, waren die Berechnungen von kriegerischen Auseinandersetzungen und die Ausbreitung von Waffen-Technologien, so die Forscher. Dazu kamen landschaftliche Gegebenheiten. Steppen-Völker wie die Mongolen konnten Großreiche bilden, indem sie benachbarte Agrar-Kulturen mit Reiter-Armeen oder Streitwagen überrannten.

"Die Aufklärung der Ursachen von historischen Ereignissen hilft uns, die Gegenwart besser zu verstehen. Das kann uns auch beim Blick in die Zukunft helfen", sagte Co-Autor Sergey Gavrilets, von der University of Tennessee in Knoxville.




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Dokument erstellt am 2013-09-24 16:32:04



18. Oktober 1817
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