• vom 12.03.2014, 16:42 Uhr

Geschichte

Update: 12.03.2014, 17:33 Uhr

Erster Weltkrieg

Als Europas Mitte in Brüche ging




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Von Heiner Boberski

  • Die Österreichische Nationalbibliothek zeigt die Ausstellung "An Meine Völker! - Der Erste Weltkrieg 1914-1918"
  • Die aktuelle Gefahr eines bewaffneten Konflikts in Europa bringt uns 1914 nahe.

Kaiser Karl I. bei den Truppen, die an der 11. Isonzoschlacht teilnahmen. - © k.u.k. Kriegspressequartier/Österreichische Nationalbibliothek

Kaiser Karl I. bei den Truppen, die an der 11. Isonzoschlacht teilnahmen. © k.u.k. Kriegspressequartier/Österreichische Nationalbibliothek

Filmplakat aus dem Jahr 1915: "Der österreichisch-ungarische Krieg in 3000 Meter Höhe".

Filmplakat aus dem Jahr 1915: "Der österreichisch-ungarische Krieg in 3000 Meter Höhe".© Österreichische Nationalbibliothek Filmplakat aus dem Jahr 1915: "Der österreichisch-ungarische Krieg in 3000 Meter Höhe".© Österreichische Nationalbibliothek

"An Meine Völker!" stand über dem berühmten und folgenschweren Text vom 28. Juli 1914, mit dem Kaiser Franz Joseph seine Entscheidung für einen Krieg gegen Serbien bekanntgab. "An Meine getreuen österreichischen Völker" richtete sich am 16. Oktober 1918 der Aufruf von Kaiser Karl, mit dem er die Völker der Donaumonarchie in die Selbstbestimmung entließ, wiewohl er noch an einen Fortbestand der Idee eines Gesamtreichs unter seiner Führung hoffen mochte.

Die beiden Dokumente bilden den Rahmen für die folgerichtig "An Meine Völker" betitelte Ausstellung der Österreichischen Nationalbibliothek (ÖNB) über den Ersten Weltkrieg. Der Historiker Manfried Rauchensteiner hat sie kuratiert: "Es ist ein Bogen von 1914 bis 1918 gespannt worden, der hoffentlich auch beim Anschauen spannend wirkt." ÖNB-Generaldirektorin Johanna Rachinger sieht derartige Ausstellungen als wesentlichen Teil des Bildungsauftrages ihres Hauses an. Historische Jahrestage seien ein "Anlass für echte Erinnerungsarbeit jenseits von Tabuisierungen und Schuldzuweisungen".

Information

"An Meine Völker! Der Erste Weltkrieg 1914-1918"
Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek, 1010 Wien, Josefsplatz 1, 13. März bis 2. November 2014, Di.-So. 10-18 Uhr, Do. 10-21 Uhr
www.onb.ac.at

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17 Millionen Tote und 20 Millionen Verwundete umfasst die grauenvolle Bilanz des Ersten Weltkriegs, den hier 16 Stationen mit rund 250 Exponaten sowie ein hervorragend gestalteter und illustrierter Katalog dokumentieren. Die ÖNB kann dabei auf umfangreiche eigene Bestände, vor allem von ihrer Vorgängerin, der k.k. Hofbibliothek, zurückgreifen. Diese sammelte, zunächst in Erwartung eines österreichischen Sieges, ab 1914 eifrig Zeugnisse des Krieges. Bis 1918 wurden rund 52.000 Materialien - vor allem Plakate, Noten, literarische Texte, Feldpostkarten, Kriegstagebücher et cetera - archiviert. Dazu kamen nach Kriegsende etwa 38.000 Fotografien.

Exklusives Bildmaterial
Der Krieg hatte unzählige Facetten, zunächst sogar eine der Begeisterung, wie der Schriftsteller Stefan Zweig im August 1914 festhielt: "Die Züge füllten sich mit frisch eingerückten Rekruten, Fahnen wehten, Musik dröhnte, in Wien fand ich die ganze Stadt in einem Taumel." Auf Jubel und Euphorie folgten aber bald Sorge und Schrecken - beides zeigt eine Medienstation in der Ausstellung. Erstmals sind zu einem Film zusammengestellte Fotos aus den 118 Alben des k.u.k. Kriegspressequartiers und aus dem erst kürzlich von der ÖNB erworbenen Nachlass des Fliegerfotografen Franz Pachleitner zu sehen. Die nicht für die Öffentlichkeit vorgesehenen Aufnahmen zeigen ein realistisches Bild von Truppen auf endlosen Märschen oder von erschöpften Soldaten an der Front.

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Dokument erstellt am 2014-03-12 16:44:06
Letzte nderung am 2014-03-12 17:33:40



26. September 1817
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