• vom 05.05.2014, 15:27 Uhr

Geschichte

Update: 05.05.2014, 15:36 Uhr

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Alte palästinensische Heimat auf dem Smartphone




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  • Anwendung findet verschwundene Siedlungen im heutigen Israel

Die iNakba genannte App wurde am Montag von der israelischen 
Bürgerrechtsgruppe Sochrot (Hebräisch für "sie erinnert sich") 
präsentiert.

Die iNakba genannte App wurde am Montag von der israelischen
Bürgerrechtsgruppe Sochrot (Hebräisch für "sie erinnert sich")
präsentiert.
© Screenshot: Sochrot Die iNakba genannte App wurde am Montag von der israelischen
Bürgerrechtsgruppe Sochrot (Hebräisch für "sie erinnert sich")
präsentiert.
© Screenshot: Sochrot

Jerusalem. Mit einer neuen Anwendung für Smartphones können sich Nutzer ab sofort auf die Suche nach verschwunden Ortschaften in Israel machen, in denen bis 1948 palästinensische Einwohner lebten. Die iNakba genannte App wurde am Montag von der israelischen Bürgerrechtsgruppe Sochrot (Hebräisch für "sie erinnert sich") präsentiert.

Der Termin wurde bewusst auf den Vorabend des 66. Unabhängigkeitstages Israels gelegt. Im Verlauf der Kriegswirren, die der Unabhängigkeitserklärung folgten, waren 760.000 Palästinenser aus ihren Heimtorten geflohen oder wurden von dort vertrieben.

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Historische Fotos und viel Information
Das in Englisch, Hebräisch und Arabisch erhältliche Miniprogramm für iPhones ist als interaktive Karte Israels auf Basis von Google Maps gestaltet. Grundlage waren alte Karten aus der Zeit, als Palästina britisches Völkerbund-Mandat (1920 bis 1948) war. Dort können Anwender Standorte und Fotos von Gebäuden ansteuern, die früher von Palästinensern bewohnt waren.

"Viele können die Städte und Dörfer, in denen sie oder ihre Eltern gewohnt haben, nicht mehr finden, weil auf ihnen neue Städte oder jüdische Siedlungen errichtet wurden", erklärt Raneen Jeries von Sochrot. "Wir haben für Hunderte Orte eigene Datensammlungen angelegt, die Informationen, historische Fotos und aktuelle Bilder enthalten, die von Anwendern hochgeladen werden", sagt sie.

Der in Tel Aviv tätige Verein Sochrot setzt sich für ein Rückkehrrecht der Palästinenser und ihrer Nachfahren ein. Das ist eine Forderung, die von den meisten Israelis abgelehnt wird, weil die jüdische Bevölkerung dann sehr bald zu einer Minderheit werden könnte.

Die Palästinenser begehen das Datum der israelischen Unabhängigkeitserklärung als Trauertag der Nakba (Arabisch für "Katastrophe") an jedem 15. Mai. Da Israel diesen Tag nach dem jüdischen Kalender feiert, fällt er heuer auf den 6. Mai des heute weltweit angewendeten gregorianischen Kalenders.

"Unser Ziel ist, den israelischen Juden bewusst zu machen, dass Hunderttausende Palästinenser entwurzelt wurden", sagt Sochrot-Direktor Liat Rosenberg. Es sei ihm aber klar, dass sich nur wenige, meist linksgerichtete Israelis für die App interessierten, räumte Rosenberg ein.

Zugleich könnten aber in die Nachbarländer Geflüchtete, denen Reisen nach Israel verwehrt sind, dem Schicksal ihrer Vorfahren nachspüren. Auf dem iPhone erscheinen Mitteilungen, wenn in der Anwendung zu ausgewählten Orten neue Fotos oder Informationen zur Verfügung stehen.


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Schlagwörter

Geschichte, Palästina

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2016
Dokument erstellt am 2014-05-05 15:27:41
Letzte ńnderung am 2014-05-05 15:36:47



1. Oktober 1816
1. Oktober 1816

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