• vom 29.09.2015, 17:26 Uhr

Geschichte


Naturhistorisches Museum Wien

Schätze aus Österreichs Frühzeit




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Von Heiner Boberski

  • Das Naturhistorische Museum Wien hat seine Funde aus prähistorischen Epochen neu aufgestellt.



Langobardisches Prunkzaumzeug (um 500 n. Chr.).

Langobardisches Prunkzaumzeug (um 500 n. Chr.).© NHM Wien, Alice Schumacher Langobardisches Prunkzaumzeug (um 500 n. Chr.).© NHM Wien, Alice Schumacher

Wien. Wer heute das Wiener Naturhistorische Museum (NHM) betritt, erblickt in der Eingangshalle sofort Jeff Koons’ modernes Kunstwerk "Balloon Venus", der "Venus von Willendorf" nachempfunden und ein erster Hinweis auf die Schätze der Prähistorie, die dieses Haus hütet und seit 29. September in drei Schauräumen und zwei Kabinetten neu präsentiert.

"Auch an der Urgeschichte geht die Zeit nicht spurlos vorüber", sagte Anton Kern, der Direktor der Prähistorischen Abteilung des NHM, anlässlich der Presseführung. Es sei der Republik Österreich und der Salinen Austria AG zu verdanken, so NHM-Generaldirektor Christian Köberl, dass 45 Jahre nach der letzten Renovierung in diesem Bereich eine Neuaufstellung der prähistorischen Objekte möglich wurde. Damit konnte auch den Fortschritten der Forschung und der Ausstellungstechnik sowie den modernen Sicherheitserfordernissen Rechnung getragen werden.

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Das erste Highlight ist das Venus-Kabinett. Es beherbergt neben der nun auf ein Alter von 29.500 Jahren datierten Venus von Willendorf auch die wegen ihrer Tanzpose nach der Tänzerin Fanny Elssler benannte, sogar 36.000 Jahre alte Statuette "Fanny von Stratzing" oder "Fanny vom Galgenberg" - derzeit freilich nur als 3D-gedruckte Nachbildung, da sich das Original bis Jänner 2016 bei einer Ausstellung in Brüssel befindet. Zu diesen beiden Wachauer Funden passt im gleichen Raum ein virtuelles und bewegtes Diorama, das die klimatische Entwicklung des Donautals seit der jüngeren Altsteinzeit darstellt.

Zweitältester Goldfund Europas
Aus späteren Epochen stammen die Preziosen im Gold-Kabinett, die wegen ihres Wertes bisher großteils im Tresor schlummerten und nicht ausgestellt wurden. Dazu zählt vor allem der 1864 gemachte Depotfund von Stollhof im Gelände der Hohen Wand in Niederösterreich. Nur in Varna in Bulgarien hat man jemals ältere Goldarbeiten als diese etwa 6000 Jahre alten Goldscheiben aus der Jungsteinzeit gefunden. Deutlich jünger ist die 1840 in Tufalau im damaligen Siebenbürgen geborgene Goldaxt aus der Bronzezeit (um 1650 v. Chr.) Erst 2005 wurde der Goldschatz vom Arikogel am Hallstätter See entdeckt - 24 Schmuckstücke mit einem Gesamtgewicht von 506 Gramm aus der späten Bronzezeit (1200 bis 1000 v. Chr.).

Von der Steinzeit in die Bronzezeit wird der Besucher auch im ersten der drei Schausäle, dem Saal 11, geführt. Dabei werden immer wieder multimediale Elemente eingesetzt, um eine der umfassendsten und bedeutendsten archäologischen Sammlungen der Welt zu präsentieren. An einer Bildwand kann man zunächst in die frühen Höhlenmalereien des Homo sapiens in Frankreich und Spanien eintauchen.

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Dokument erstellt am 2015-09-29 17:29:05



19. August 1817
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