• vom 05.04.2017, 13:41 Uhr

Geschichte

Update: 05.04.2017, 13:45 Uhr

Archäologie

Suche nach mysteriösem Caligula-Schiff beginnt




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Von WZ Online, APA

  • Forscher vermuten Wrack im Nemi-See bei Rom.

Caligula hatte zwei Riesenschiffe bauen lassen, die auf dem kleinen See unweit des malerischen Orts Nemi kaum navigieren konnten. Sie sanken im ersten Jahrhundert nach Christus.

Caligula hatte zwei Riesenschiffe bauen lassen, die auf dem kleinen See unweit des malerischen Orts Nemi kaum navigieren konnten. Sie sanken im ersten Jahrhundert nach Christus.© Foto: Archiv/Wikimedia commons Caligula hatte zwei Riesenschiffe bauen lassen, die auf dem kleinen See unweit des malerischen Orts Nemi kaum navigieren konnten. Sie sanken im ersten Jahrhundert nach Christus.© Foto: Archiv/Wikimedia commons

Rom. Im See von Nemi, 30 Kilometer südlich von Rom, hat nun die Suche nach einem gigantischen römischen Schiff begonnen, das auf den Kaiser Caligula (12-41 n.Chr.) zurückzuführen ist. Zwei ähnliche Schiffe waren bereits in den 1930er Jahren aus dem See geholt worden. Archäologen vermuten, dass sich ein drittes Schiff auf dem Grund befinden könnte.

Caligula hatte zwei Riesenschiffe bauen lassen, die auf dem kleinen See unweit des malerischen Orts Nemi kaum navigieren konnten. Sie sanken im ersten Jahrhundert nach Christus. 1930 war unter dem Mussolini-Regime der See abgepumpt worden. Damit konnten die beiden Caligula-Schiffe aus dem Schlick gehoben werden. Wasser konserviert Holz, sodass die Schiffe noch gut erhalten waren. Sie wurden in einer eigens dafür errichteten mächtigen Museumshalle untergebracht.

Die Schiffe hatten im Verhältnis zu dem kleinen See mit seinen ungefähr 1.000 Metern Durchmesser gigantische Ausmaße: Das erste Schiff war 73 Meter lang und 24 Meter breit, das zweite maß 71 Meter Länge und 20 Meter Breite. Auf einem der Schiffe stand ein Tempel für die Göttin Diana, der mit Marmorsäulen, Mosaikböden und vergoldeten Bronzeziegeln geschmückt war. Das zweite Schiff trug eine Palastanlage für Caligula mit einem Warmwassersystem, das Thermen an Bord versorgte. Ob die Schiffe sofort nach dem Sturz Caligulas 41 versenkt wurden, oder erst später untergingen, ist ungeklärt. Es gibt keine antiken Quellen zu den Schiffen.

Suche nach dem dritten Schiff

Unter ungeklärten Umständen waren die Schiffe von Nemi im Jahr 1944 bei einem Brand im Museum nahezu restlos vernichtet worden. Nach dem Krieg hatte man sich mit Modellen der Schiffe behelfen müssen. Archäologen gehen jedoch anhand von Manuskripten aus dem 16. Jahrhundert davon aus, dass sich ein drittes Caligula-Schiff im Nemi-See befinden könnte.

Die Suchaktion begann nun unter der Leitung des Denkmalschutzes der Region Latium, zu der Nemi gehört. Tauchereinheiten der Carabinieri und der italienischen Küstenwache suchen mit Sonar-Geräten nach dem mysteriösen Schiff.

Caius Julius Caesar Germanicus, der mit dem Beinamen "Caligula" ("Stiefelchen") bekannt war, wurde 37 n.Chr. zum Kaiser ernannt und ist vor allem wegen seines grausamen und tyrannischen Charakters in die Geschichte eingegangen. Caligula war der Göttin Diana eng verbunden. Am Ufer des Nemi-Sees ließ er das Heiligtum der Diana Nemorensis restaurieren. Bereits in der Bronzezeit gab es am Nemi-See einen Opferplatz, welcher in römischer Zeit der Verehrung der Göttin Diana diente.





Schlagwörter

Archäologie, Nemi-See, Italien

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-04-05 13:44:32
Letzte nderung am 2017-04-05 13:45:41



23. Oktober 1817
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