• vom 02.11.2017, 18:13 Uhr

Geschichte

Update: 02.11.2017, 19:06 Uhr

Pyramiden von Giseh

Weltwunder mit Überraschung




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  • Wissenschaftern ist es gelungen, das Innere der Cheops-Pyramide zu röntgen. Sie fanden einen Hohlraum.

Die Illustration zeigt den länglichen Hohlraum über der Großen Galerie, die zur Königskammer im Zentrum führt .

Die Illustration zeigt den länglichen Hohlraum über der Großen Galerie, die zur Königskammer im Zentrum führt .© Scan Pyramids mission Die Illustration zeigt den länglichen Hohlraum über der Großen Galerie, die zur Königskammer im Zentrum führt .© Scan Pyramids mission

Kairo. (est) Archäologen haben einen geheimnisvollen Hohlraum in der Cheops-Pyramide entdeckt. Die 30 Meter lange Aushöhlung im Inneren der ältesten, größten und höchsten Pyramide von Giseh ist die erste große strukturelle Entdeckung seit den Grabkammern im 19. Jahrhundert. Das berichtet ein französisch-japanischen Team im Fachjournal "Nature". Es nutzte ein Röntgen-Verfahren auf der Basis von kosmischen Strahlen, um die Pyramide, die eines der sieben Weltwunder ist, zu durchleuchten.

Der Hohlraum liegt oberhalb der Großen Galerie, die zur Königskammer im Zentrum des historischen Grabmals führt. "Wir wissen nicht, was es mit dem Hohlraum auf sich hat, deswegen wollen wir auch nicht von einer Kammer sprechen", sagte Mehdi Tayoubi, Mitbegründer des Projekts Scan Pyramids, das die Arbeiten vorgenommen hat, und Präsident des Heritage Preservation Institute in Paris, am Donnerstag in der deutschen "Zeit".

Information

Die Raumdimensionen ähneln jenen der großen Galerie, die 50 Meter lang, mehr als einen Meter breit und acht Meter hoch ist. Die Forscher gehen davon aus, dass der darüberliegende Hohlraum seit dem Bau der Pyramide vor mehr als 4000 Jahren verborgen ist. Offen ist, ob es sich um eine Kammer oder einen Korridor handelt, und ob seine Existenz bauliche Gründe hatte - etwa damit die Decke der großen Galerie weniger Gewicht tragen muss.

Um die Pyramide zu durchleuchten, nutzten die Forscher Myonen-Partikel. Diese sind ein Nebenprodukt kosmischer Strahlen. Ganz ähnlich wie Röntgenstrahlen den menschlichen Körper durchdringen, schweben diese Elementarteilchen durch Hunderte Meter Stein. Die bildgebende Technik hat es ermöglicht, das jahrtausendealte Bauwerk zu untersuchen, als wäre es durchsichtig, und ohne die Substanz berühren zu müssen.

Die Existenz der Königs- und Königinnenkammer sowie der großen Galerie in der Pyramide ist Forschern schon lange bekannt. Mit der neuen Methode wollten sie untersuchen, ob es bisher nicht bekannte Kammern und Gänge gibt. Dabei kamen auch Drohnen, Infrarottechnik und teilchenphysikalische Messungen zum Einsatz. Doch erst die Myonen-Detektoren zeigten den geheimnisvollen Hohlraum.

Seit Jahrtausenden ranken sich Mythen um die Entstehung der Pyramiden. Denn Archäologen sind sich nicht einig, wie die Baumeister vorgegangen sind - ob Stein um Stein oder mithilfe von inneren und äußeren Rampen. Die Röntgen-Bilder mit Myonen-Detektoren sollen helfen, die Rätsel zu lösen und handfeste Antworten zu liefern.

Die Cheops-Pyramide zählt zu den sieben Weltwundern der Antike. Sie ist 139 Meter hoch und 230 Meter lang. Sie wurde während der Regierungszeit von Cheops von 2509 bis 2483 vor Christus gebaut.

"Wir müssen die interne Struktur der Pyramide verstehen", sagt Hani Helal von der Universität von Kairo, der ebenfalls an dem Forschungsprojekt beteiligt ist. "Dass wir den neuen Hohlraum gefunden haben, kann uns dabei helfen zu verstehen, in welchen Schritten die Pyramide gebaut worden ist."





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Dokument erstellt am 2017-11-02 18:17:06
Letzte ńnderung am 2017-11-02 19:06:11



18. November 1817
18. November 1817

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