• vom 09.12.2017, 16:30 Uhr

Geschichte


Mexikanische Geschichte

Auf den Spuren der Maya




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Von Bernhard Widder

  • Vor 100 Jahren starb der Archäologe und Fotograf Teobert Maler. Dieser deutsch-österreichische und mexikanische Gelehrte gilt als Pionier der Altertumsforschung in Mexiko.



"Teobert Maler, mexikanischer Hauptmann, der in der Freilegung von Maya-Altertümern seine Lebensarbeit erblickte." (Eigenhändiger Bildetxt Malers).

"Teobert Maler, mexikanischer Hauptmann, der in der Freilegung von Maya-Altertümern seine Lebensarbeit erblickte." (Eigenhändiger Bildetxt Malers).© Aus dem zitierten Buch von A. Herrmann "Teobert Maler, mexikanischer Hauptmann, der in der Freilegung von Maya-Altertümern seine Lebensarbeit erblickte." (Eigenhändiger Bildetxt Malers).© Aus dem zitierten Buch von A. Herrmann

Am 4. Dezember 1912 schrieb der damals siebzigjährige Gelehrte Teobert Maler aus Paris einen Brief an den Wiener Regierungsrat Franz Heger. Darin kündigte er eine Sendung mit Fotografien an, die in einem "Kistchen" nach "Wien I, Burgring 7 - "grande vitesse" geschickt worden sei. Die drei Pakete enthielten insgesamt 345 Fotografien, die von Maler mit zwei Papierformaten und entsprechenden Preisen bezeichnet wurden. Weiters ersuchte der Autor des Briefs den Adressaten Heger, relativ schnell zu entscheiden, ob er diese Sammlung für sich oder ein Museum erwerben wolle. Sie müsste sonst bald wieder nach Paris geschickt werden, da Teobert Maler zu Ende des Jahres 1912 wieder nach Yucatán zurückzukehren plante.

Eine abschließende Anmerkung lässt den Leser aufhorchen: "Ich weiß nicht, ob in Wien ein Gelehrtenkreis existiert, welcher Interesse nimmt an meinen mexikanischen Entdeckungen?"

Information

Bernhard Widder, geboren 1955, lebt als Schriftsteller, Übersetzer und Architekt in Wien.

Was der Regierungsrat Heger mit der umfangreichen Sammlung in der Folge unternahm, ist bis heute unbekannt. Wenn im Jahr 1912 ein Wiener Museum sich dafür interessiert hätte, so wäre eine derartige Sammlung heute, 100 Jahre nach dem Tod des Mexiko-Forschers, eine unschätzbare Hinterlassenschaft aus der Frühzeit der Fotografie. Der "Gelehrtenkreis", den Maler in dem Brief vorsichtig anspricht, war in Wien damals aber nicht vorhanden. Das frühere "Museum für Völkerkunde" (jetzt "Weltmuseum") besitzt nach eigener Auskunft nur wenige Fotografien Malers, die dem Genre "Gesellschaft-Aufnahmen" entstammen.

Kunst und Forschung

Was Teobert Malers fotografisches Werk prägt, sind neben der auffallenden künstlerischen Gestaltung der Motive die Vielfältigkeit der Themen sowie der lange Zeitraum von mindestens 35 Jahren, in denen seine umfangreichen Dokumentationen von mexikanischen Landschaften, Städten, ethnischen Gruppen und archäologischen Monumenten entstanden sind. Sein besonderes Interesse galt ab 1885 der Erforschung der Monumente und Zentren der antiken Maya-Kultur auf der östlichen Halbinsel Yukatán und ihrer benachbarten Regionen im Regenwald der heutigen Staaten Mexiko, Guatemala und Belize.

Die Besonderheit dieses Werks erklärt sich aus mehreren Faktoren: Teobert Maler arbeitete unter sehr schwierigen Bedingungen im tropischen Klima mit damals üblichen großformatigen Plattenkameras. Der Vorteil des Großformats ist die besondere Schärfe der Abbildungen (da Negativ und Abzug im Verhältnis von 1:1 stehen).




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Dokument erstellt am 2017-12-07 15:38:06
Letzte ─nderung am 2017-12-07 16:01:01



13. Dezember 1817
13. Dezember 1817

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