Brüssel. Die Europäische Union ist nach Worten von Umweltminister Niki Berlakovich (V) unter Bedingungen offen für eine Verlängerung der 2012 auslaufenden Verpflichtungen aus dem Kyoto-Klimaschutzabkommen. "Unsere Forderung nach einem völkerrechtlich verbindlichen Weltklimaschutzabkommen bleibt aufrecht", sagte Berlakovich am Montag nach Beratungen der EU-Umweltminister am Montag in Luxemburg.
Europa bleibt auf Linie und sei Vorreiter beim Klimaschutz, weil die EU bereits für die nächsten zehn Jahre konkrete Treibhausgas-Reduktionsziele vereinbart habe, sagte Berlakovich. "Aber wir erwarten von der ganzen Welt, dass sie ebenfalls ihren Beitrag zum Klimaschutz leistet." Die EU sei nur für elf Prozent der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich. Die anderen, die für 89 Prozent verantwortlich sind, müssten mit ins Boot kommen. Es hätte keinen Sinn, wenn Europa einseitig Klimaschutzverpflichtungen eingehe und der Rest der Welt nichts tue, sagte der Umweltminister. Die freiwilligen Angebote von China und anderen Ländern seien nicht ausreichend, um das Ziel einer Beschränkung der Erderwärmung um 2 Grad Celsius zu erreichen.
Eine klare "Roadmap"
Die EU sei offen für eine neue Kyoto-Verpflichtungsperiode, allerdings müsse es dafür auch eine klare "Roadmap" und einen Zeitplan geben, und die bisherigen Kyoto-Mechanismen wie der Emissionszertifikatehandel und der Mechanismus für eine saubere Entwicklung (Clean Development Mechanism, CDM) müssten erhalten bleiben, sagte Berlakovich. "Die Menschen müssen erkennen, dass die Sicherung der Lebensqualität Vorrang hat und wir unsere Anstrengungen intensivieren müssen." Die große Hungersnot in Ostafrika extreme Wetterereignisse würden zeigen, dass der Klimawandel voranschreite.