Wien. Das Weinviertel hatte in den vergangenen Jahren immer wieder unter Trockenheit zu leiden, etwa im Extremjahr 2003. Doch es gab in der Region schon wesentlich trockenere Phasen als heute. Das zeigen Untersuchungen von Jahrringen (sic) von Bäumen und Holz, die Wissenschafter der Universität für Bodenkultur (Boku) Wien gemeinsam mit Schülern aus Mistelbach im Rahmen des Förderprogramms "Sparkling Science" durchgeführt haben. Und in Zukunft seien noch häufiger Trockenperioden zu erwarten, wie Boku-Forscher Michael Grabner erklärte.
Anhand der Jahrringe von Weinviertler Eichen und Kiefern - nicht nur von Bäumen, sondern auch von Hölzern etwa aus Dachstühlen alter Gebäude - konnten die Wissenschafter die Frühjahrs- und Sommerniederschläge der vergangenen 1.000 Jahre rekonstruieren. Ein Baum produziert jedes Jahr einen Ring und dessen Breite ist vom verfügbaren Wasser abhängig: viel Wasser bedeutet einen breiten Ring, wenig Wasser einen schmalen Ring.
Immer wieder trockenere Phasen
Trockenere Phasen als heute gab es nach Angaben der Wissenschafter im Weinviertel etwa im 11. und 12. Jahrhundert, 1330 bis 1360, um 1540 sowie 1780 bis 1820. Anhand der Jahrringe konnten aber auch Zeiten mit höheren Niederschlägen als heute festgestellt werden, mit einem Feuchtemaximum um 1750.
Wie Grabner betont, ist laut Klimaexperten in Zukunft noch häufiger mit Trockenperioden zu rechnen. Dabei handle es sich um eine "temperaturinduzierte Trockenheit", die durchaus vorhandenen Niederschläge würden durch die höheren Temperaturen schneller verdunsten.