• vom 14.04.2014, 17:11 Uhr

Klima


Weltklimabericht

Noch wäre die Erderwärmung aufhaltbar




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Von Heiner Boberski

  • "Es kostet nicht die Welt, den Planeten zu retten", sagt ein Hauptverantwortlicher für den neuen Weltklimabericht.

Die rasche Umstellung auf erneuerbare Energien ist ein Gebot der Stunde.

Die rasche Umstellung auf erneuerbare Energien ist ein Gebot der Stunde.© apa/dpa/Berg Die rasche Umstellung auf erneuerbare Energien ist ein Gebot der Stunde.© apa/dpa/Berg

Berlin/Wien. Während ganze Inselgruppen wie die Malediven um ihre Existenz kämpfen, kamen in Berlin harte Fakten zum Klimawandel, aber auch Vorschläge, wie die Erderwärmung noch gestoppt werden könnte, auf den Tisch. Der neueste Teilbericht des Weltklimarates IPCC (International Panel on Climate Change) hält fest, dass die Emissionen von Treibhausgasen trotz gegenteiliger Bemühungen weiter merklich gestiegen sind. In den Jahren 1970 bis 2000 haben sie um 1,3 Prozent jährlich, von 2000 bis 2010 aber sogar um 2,2 Prozent pro Jahr zugenommen. Im Jahr 2010 trug aus Sicht der Experten zum menschengemachten Treibhauseffekt der Kohlendioxid-Ausstoß 76 Prozent bei, Methan 16 Prozent, Stickstoffdioxid 6 Prozent, die restlichen 2 Prozent entfielen auf spezielle fluorhaltige Gase.

Bis zum Jahr 2100 ist mit einer durchschnittlichen Erwärmung der Luft um 3,7 bis 4,8 Grad im Vergleich zum Beginn der Industrialisierung zu rechnen. Das Ziel, die Erderwärmung auf 2 Grad zu begrenzen, würde das Risiko kaum vorhersehbarer Folgewirkungen des Klimawandels beim Erreichen sogenannter Kipp-Punkte im Klimasystem zu verringern. Beispiele solcher Kipp-Punkte wären das Absterben des Amazonas-Regenwaldes oder das Auftauen von Permafrostböden, Ereignisse, deren Auswirkungen kaum abschätzbar oder beherrschbar wären. Das 2-Grad- Ziel wäre erreichbar, so die Experten, würde die Welt bis Mitte des Jahrhunderts die Treibhausgas-Emissionen um 40 bis 70 Prozent drosseln und bis zum Jahr 2100 nahezu auf null bringen.

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Die nötigen Maßnahmen kämen gar nicht so teuer, versichert der Ökonom und Klimaexperte Ottmar Edenhofer, Vorsitzender der Arbeitsgruppe für den jüngsten IPCC-Teilbericht: "Es kostet nicht die Welt, den Planeten zu retten." Die Beträge bewegten sich im Rahmen dessen, was bei Steuererhöhungen oder in einer Finanzkrise passiere. Investitionen verstärkt auf erneuerbare Energien zu lenken, sei aber nur möglich, wenn Kohlendioxid in einem internationalem Abkommen einen Preis bekomme, sagte Edenhofer. Es ist ein Dreh- und Angelpunkt - für den Emissionshandel bis hin zu Energiesteuern.

Eine Kernbotschaft, auch für die Entwicklungsländer, laute: Wirtschaftswachstum wird durch Klimaschutzmaßnahmen kaum gebremst. Die Experten empfehlen eine rasche und klare Umstellung der Energiemaßnahmen: Statt der Verbrennung von Kohle, Gas und Öl gehören rasch und vermehrt erneuerbare Energien gefördert. Laut IPCC-Berechnungen wirkt sich der notwendige Wechsel bei einem Wirtschaftswachstum von 1,6 bis 3 Prozent im Jahr nur mit einem Minus von rund 0,06 Prozentpunkten aus.

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Dokument erstellt am 2014-04-14 17:14:09



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