• vom 08.10.2014, 01:01 Uhr

Klima


Fossilien

Klimawandel anhand von Fossilien sichtbar




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    Wien. Wie sich große klimatische Veränderungen auf die Verbreitung von Lebensgemeinschaften auswirken, könne man anhand von Fossilberichten aufklären, die lange Zeiträume abdecken, sagt der Wiener Paläontologe Martin Zuschin vom Department für Paläontologie der Uni Wien. Die kurzfristige Verbreitung heute lebender Organismen würde darauf nur unzureichende Antworten geben. Zuschin hatte unter der Leitung von Adam Tomasovych vom Geologischen Institut der Slowakischen Akademie der Wissenschaften mituntersucht, wie sich ein zig Millionen Jahre dauernder Klimawandel in der Erdneuzeit auf Lebensgemeinschaften von Organismen im küstennahen Meer und in Wassertiefen von wenigen hundert Metern ausgewirkt hat.

    "Im Eozän (vor 56 Millionen Jahren, Anm.) war es in Europa sehr warm und es gab tropische und subtropische Bedingungen mit Korallenriffen." Im Plio-Pleistozän (vor fünf Millionen Jahren) herrschten warm-gemäßigte Verhältnisse - vergleichbar mit dem heutigen Klima. Es sei bekannt gewesen, dass über große Zeiträume die Entstehungs- und Aussterberaten von wirbellosen Meerestieren küstennah höher als küstenfern sind, so Zuschin. Das Team habe nun die Fossilinhalte von Ablagerungen aus Schichten des Eozäns (etwa des Pariser Beckens) und des Plio-Pleistozäns (aus dem Piedmontbecken Norditaliens) verglichen.


    Klimabedingte Veränderungen
    "Es zeigte sich, dass zwischen diesen beiden Epochen im seichten Wasser wesentlich drastischere Veränderungen in den ehemaligen Lebensgemeinschaften stattgefunden haben als im Tiefwasser und die Unterschiede auf abrupte Veränderungen zurückzuführen sind", so Zuschin. Offensichtlich waren die Bedingungen im tieferen Wasser recht ähnlich, während es gleichzeitig im Flachwasser zu großen klimabedingten Veränderungen gekommen ist.

    Der Fossilbericht gäbe Einblicke in evolutionäre und ökologische Vorgänge, die sich in großem Maßstab abspielen, so die Forscher im Fachblatt "Proceedings of the Royal Society B". Diese seien wichtig, um die auf die Lebenswelt zukommenden Veränderungen abzuschätzen, die der aktuelle Klimawandel bringt.




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    Dokument erstellt am 2014-10-07 16:59:02



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