• vom 10.08.2017, 20:00 Uhr

Klima


Naturkatastrophen

Klimawandel beeinflusst Hochwasser




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Von Alexandra Grass und Eva Stanzl

  • Groß angelegte Studie weist direkten Einfluss des Klimawandels auf die jährlichen Überflutungen in Europa nach.

Schwere Unwetter am Wochenende machten Bäche im Murtal zu reißenden Flüssen.

Schwere Unwetter am Wochenende machten Bäche im Murtal zu reißenden Flüssen.© apa/Thomas Zeiler Schwere Unwetter am Wochenende machten Bäche im Murtal zu reißenden Flüssen.© apa/Thomas Zeiler

Wien. Starkregen, Hagel, Schlammlawinen und von oben nichts als Wasser: Auch für heute, Freitag, rechnen die Meteorologen mit kräftigen Regengüssen in manchen Teilen Österreichs.

Schon vergangenes Wochenende waren Feuerwehren nach Unwettern im Dauereinsatz: Murenabgänge gab in der Steiermark, Salzburg, Kärnten und Tirol. In Graz stieg der Flusspegel so weit an, dass die Murpromenade gesperrt werden musste. Auch in Deutschland und Italien sorgen starke Regenfälle, reißende Flüsse, zerstörte Häuser und haufenweise Schlamm für Schlagzeilen. Und spätestens seit den historischen Hochwasser-Katastrophen von 2009, 2010 und 2013 festigt sich der Eindruck, dass auch hierzulande extremer Starkregen immer häufiger auftritt.


Tatsächlich sind weltweit mehr Menschen von über die Ufer tretenden Flüssen betroffen, als von allen anderen natürlichen Gefahren. Statistiker sprechen von einem jährlichen Durchschnittsverlust von rund 88 Milliarden Euro und rechnen damit, dass derartige Ereignisse aufgrund des Klimawandels immer häufiger auftreten. Bisher war jedoch nicht nachgewiesen, dass der Klimawandel mehr Überflutungen verursacht, sie verstärkt oder jahreszeitlich verschiebt. Eine groß angelegte Studie unter Federführung von Wiener Wissenschaftern belegt nun erstmals den direkten Zusammenhang von Klimawandel und Hochwasser.

Fluten früher oder später
Die von der Technischen Universität (TU) Wien geleitete Studie zeigt, dass sich der Zeitpunkt dieser Ereignisse in Europa dramatisch verschiebt, berichten die Forscher im Fachblatt "Science". Für das Projekt haben mehr als 100 Institutionen weltweit Daten von 4262 hydrometrischen Stationen aus 38 europäischen Ländern aus den Jahren 1960 bis 2010 ausgewertet.

Tritt ein Fluss mit ungewohnter Heftigkeit über die Ufer, dann gilt das als Einzelereignis. Für die Wissenschaft ist es kein Beweis für einen Zusammenhang mit dem Klimawandel. Daher hätten vorherige Studien immer wieder zu verwirrenden Resultaten geführt, erklärt Günter Blöschl vom Institut für Wasserbau und Ingenieurhydrologie TU Wien. Nun konnte erstmals nachgewiesen werden, worüber bisher nur spekuliert wurde. Im Gegensatz zu früheren Studien, die sich auf Stärke und Häufigkeiten von Hochwassern konzentrierten, ging das Team der Frage des Einflusses des Klimawandels auf die europäischen Flüsse auf eine andere Art und Weise nach: Die Forscher suchten nach Verschiebungen des Auftretens solcher Ereignisse im Jahresverlauf auf möglichst breiter Basis. Dabei zeigte sich, dass sich die Fälle von Hochwasser in Europa in dieser Zeitspanne deutlich verschoben haben, heißt es in der Publikation.

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Dokument erstellt am 2017-08-10 17:03:07



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