• vom 12.01.2018, 16:05 Uhr

Klima


Klimawandel

Wetterextreme im Aufwind




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Von Alexandra Grass

  • Sowohl der nordatlantische Jetstream als auch der Klimawandel haben Einfluss auf Hitzewellen und Fluten in Europa.

Überschwemmungen und Murenabgänge 2012 im Kärntner Lavamünd.

Überschwemmungen und Murenabgänge 2012 im Kärntner Lavamünd.© apa/Gert Eggenberger Überschwemmungen und Murenabgänge 2012 im Kärntner Lavamünd.© apa/Gert Eggenberger

Tucson/Wien. In den letzten Jahrzehnten wird Europa immer häufiger von Hitzewellen, Dürren, Waldbränden und Überschwemmungen heimgesucht - auch Österreich bleibt davon nicht verschont. Zumeist werden diese Ereignisse auf den fortschreitenden Klimawandel zurückgeführt. Doch scheint nicht nur dieser Einfluss auf die gefürchteten Wetterextreme zu haben, wie Forscher der University of Arizona in Tucson herausgefunden haben.

Seit den 1960er Jahren treffen nämlich verstärkte Schwankungen in der Bahn des nordatlantischen Jetstreams mit solchen Wetterextremen zusammen, erklärt die Biologin Valerie Trouet in ihrer Studie. Sie hat Baumringe - sie geben auch Einblick in die Klimageschichte von Regionen - von Gewächsen auf den Britischen Inseln und im nordöstlichen Mittelmeergebiet untersucht. Demnach reichen die vorwiegend im Spätsommer auftretenden Ereignisse sogar bis ins Jahr 1725 zurück. "Wir fanden heraus, dass der nordatlantische Jetstream einen starken Einfluss auf die Wetterextreme in Europa hat. Und das sogar seit 300 Jahren", so die Forscherin. Vor allem in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts sei es zu besonders starken Wechselspielen zwischen nördlichem und südlichem Auftreten des Stroms gekommen.


Wechselspiel des Jetstreams
Konzentrieren sich die Winde nämlich im Norden des Atlantiks, kommt es auf den Britischen Inseln und in Westeuropa zu Hitzewellen, während Südosteuropa mit Starkregen und Fluten zu kämpfen hat, betont Trouet. Ist die Schwerpunktregion der Winde allerdings der Süden, dann kehrt sich der Effekt entsprechend um: Westeuropa leidet unter einem besonders hohen Wasseraufkommen und in Südosteuropa beherrschen Hitze, Dürre und Waldbrände die Regionen.

"Hitze, Flut und Trockenheit treffen die Menschen hart", erklärt die Forscherin. Das starke Wechselspiel des Jetstreams trifft noch dazu auf ein anderes Phänomen, das die Menschheit bereits belastet - nämlich den Klimawandel. Wetterextreme in Kombination mit steigenden Temperaturen und globaler Erwärmung "sind ein Doppelschlag".

Auch im Mittleren Westen Amerikas haben Bewegungen eines Jetstreams Auswirkungen auf das Sommerwetter, heißt es in der Studie. "Das was wir zurzeit in Nordamerika erleben, ist ebenso Teil dieses Windsystems." Die klirrende Kälte und das besonders starke Schneeaufkommen, wie es derzeit den Nordosten Amerikas betrifft, sowie die extreme Wärme beziehungsweise Trockenheit, die in zerstörerischen Waldbränden mündet, hänge nämlich mit der Winterposition des Jetstreams im Nordpazifik zusammen.

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Dokument erstellt am 2018-01-12 16:08:06



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