• vom 19.04.2012, 16:21 Uhr

Mensch

  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Moderne Implantate und Operationstechniken in der Orthopädie

Neue Gelenke leben länger


Von Alexandra Grass

  • Pro Jahr werden 20.000 Hüft- und 15.000 Kniegelenke künstlich ersetzt.

Wien.

Neben Titan kommen beim Gelenksersatz auch Keramik und Kunststoff zum Einsatz.

Neben Titan kommen beim Gelenksersatz auch Keramik und Kunststoff zum Einsatz. Neben Titan kommen beim Gelenksersatz auch Keramik und Kunststoff zum Einsatz.

Hinter Schmerzen in den Gelenken - etwa Hüfte, Knie oder Schulter - stecken häufig Abnützungserscheinungen. Die Freude an der Bewegung nimmt damit Schritt für Schritt maßgeblich ab, was zu Lasten der Lebensqualität geht. Ansprechpartner Nummer eins ist in den meisten Fällen der Orthopäde.

Werbung

Die Möglichkeiten, die der Biomechaniker unter den Medizinern zu bieten hat, werden mit den Jahren immer vielfältiger. Arthroskopische Verfahren, bei denen Gelenkschädigungen minimalinvasiv repariert werden können, und modernste Implantate sind der Ausweg für so manchen Arthrosegeplagten. Immerhin ersetzen Österreichs orthopädische Chirurgen pro Jahr etwa 20.000 Hüft- und 15.000 Kniegelenke durch Implantate, betont Peter Zenz, Vorstand der orthopädischen Abteilung im Otto-Wagner-Spital in Wien und Veranstalter des Ärzte- und Patientenkongresses "Bewegungsfreude ist Lebensfreude 2012", der am 28. April in Wien stattfindet, im Gespräch mit der "Wiener Zeitung".

Wiewohl die Notwendigkeit, ein Ersatzgelenk zu bekommen, schon seit einigen Jahren durch den Einsatz von Arthroskopien - auch bei der Hüfte - immer weiter hinausgeschoben werden kann, landen trotzdem viele Patienten letztlich auf dem Operationstisch.

Fortschritt der letzten Jahre
Die Chance, dass ein künstliches Gelenk länger als 20 Jahre hält, beträgt heutzutage immerhin bis zu 90 Prozent, betont Zenz. Dazu tragen bessere Materialien und modernere chirurgische Möglichkeiten bei - das Ergebnis eines enormen Fortschritts auf diesem Gebiet in den letzten 10 bis 15 Jahren.

Für die Implantate selbst stehen unterschiedliche Materialien zur Verfügung. Häufig kommt dabei Titan zur Anwendung, welches sich hervorragend für die zementfreie Implantation eignet. In der Hüfte kommen vermehrt Keramik und hochfeste Kunststoffe zum Einsatz. Bei jüngeren Menschen - etwa zwischen 30 und 50 Jahren - wird für die Hüftpfanne und die Gelenkskugel meist nur Keramik verwendet - damit hält das künstliche Gelenk mitunter ein Leben lang. Osteoporose kann dazu beitragen, dass das Implantat doch ausgetauscht werden muss. Wenn der Knochen altert und poröser wird, kann sich die Befestigung lockern, womit eine erneute Operation nötig wird.

Bei Menschen mit sehr hoher Beweglichkeit kann die Keramik unter Umständen brechen. Hier kommt als Gegenüber dann Kunststoff zum Einsatz. Eine Wechseloperation ist hier aufgrund des größeren Verschleißes des Materials aber eher möglich.

Ersatz von der Knochenbank
Bei sehr großen Schädigungen des Knochenlagers durch Lockerungsprozesse im Laufe des Lebens kann sogar auf menschliche Knochenspenden über eine Knochenbank zurückgegriffen werden. Oder es werden mit Hilfe der Computertomographie maßgeschneiderte Spezialprothesen angefertigt. Für gewöhnlich werden Knochenschäden mittels Röntgen diagnostiziert. Handelt es sich um Entzündungen, Gelenksergüsse oder möglichen Schäden an Weichteilen, wie Sehnen, dann kommt die strahlenfreie Magnetresonanz für die Schadensermittlung zum Einsatz.

Ein Implantat ist im Übrigen in vier bis sechs Wochen mit dem Knochen verwachsen. Ab diesem Zeitpunkt kann das Gelenk wieder voll belastet werden, und die Rehabilitation kann beginnen.

Im Rahmen des Kongresses wird nicht nur über die moderne Orthopädie informiert. Auch die Rheumatologie, Schmerztherapie und die Rehabilitation stehen im Zentrum dieser Veranstaltung.

www.help4youcompany.at




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-04-19 16:26:05


Beliebte Inhalte



Inzucht macht Wölfe krankheitsanfällig. Forscher bauen Wildbrücken, damit die Raubtiere wandern und sich mischen können. - keystone
  • Zum Erhalt der Art benötigen die Raubtiere Partner mit anderem Blut.
  • weiter

Rekonstruktion der Überreste des wikingerzeitlichen Häuptlingssitzes in Borre. - LBI Arch Pro/Wallner
  • Österreichische Archäologen sind Weltspitze in der nicht-invasiven Erkundung aussichtsreicher Grabungsstätten.
  • weiter

1.088 PS aus einer selbst entwickelten und für 600 Kilometer ausreichenden Batterie beschleunigen das 1,65 Tonnen schwere Sportauto in 2,8 Sekunden von Null auf 100. - APAweb/ABTA.AT
  • Rimac begann 2007 in seiner Garage mit dem Bau seines ersten Elektroautos auf Basis eines alten BMW.
  • weiter

Wenn Eis taut, dann ändert sich die physikalische Ordnung der Materie. - corbis
  • Das Modell ist auf viele, unterschiedlichste Systeme anwendbar.
  • weiter

Zu schwach zum Stehen: Die Astronauten nach der Landung in Kasachstan. - APAweb / Reuters / Sergei Remezov
  • Drei Raumfahrer kehrten von der ISS auf die Erde zurück.
  • weiter

Dank und viel Beifall für Helmut Denk. - apa/Hochmuth
  • Scheidendes ÖAW-Präsidium zieht positive Bilanz und erhält Anerkennung.
  • weiter

Klonen kann gefährlich sein, wie Steven Spielbergs "Jurassic Park" zeigt. - apa/Universal/Amblin
  • Klonen ist ein zentrales Thema der Science Fiction in Film und Literatur.
  • weiter

Beim Klonen entnahmen die US-Wissenschafter unter anderem der Eizelle den Kern. - OHSU/dpa
  • Forscher klonen erstmals menschliche Stammzellen, daraus wird jedoch noch kein geklontes Kind geboren.
  • weiter

Marienkäfer: asiatisch (l.) und europäisch. - corbis
  • Asiatische Marienkäfer infizieren und dezimieren ihre europäischen Verwandten.
  • weiter

Der Satellit beherbergte zahlreiche Species. - Bild: Roskosmos
  • De Biosputnik ist zurück.
  • weiter




Werbung





Stammgast beim Life Ball: Bill Clinton.

Gottfried Helnwein, Peinlich, 1971, Die Wolldecke eines Navajo-Häuptlings wurde bei Sothebys in New York für rund 221.000 US-Doller versteigert. Es war die erste Auktion aus dem Nachlass der Sammlung Andy Williams, des bekannten US-amerikanischen Popsängers und Fernsehentertainers.

Chondrocladia lyra, ein fleischfressender Schwamm, lebt über drei Kilometer tief im Pazifik vor der Küste von Kalifornien. Die Art wurde von der Universität von Arizona in Tempe (USA) für die Liste der skurrilsten Entdeckungen 2012 ausgewählt. "Erstbegehung" des Wiener Wahrzeichens:  Slackliner Christian Waldner arbeitete sich in 60 Metern über dem Boden Schritt für Schritt vom großen Steffl-Turm (Südturm) bis zum südlichen Heidenturm vor und tänzelte nach kurzer Verschnaufpause wieder retour. Der Drahtseilakt dauerte rund zehn Minuten.

Werbung