• vom 25.04.2012, 10:04 Uhr

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Update: 25.04.2012, 10:12 Uhr
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Neue Diagnose-Methode entwickelt

Alzheimer früher erkennen



Die Früherkennung von Alzheimer ermöglicht eine neu entwickelte Diagnoseform. - APAweb / Reuters

Die Früherkennung von Alzheimer ermöglicht eine neu entwickelte Diagnoseform. APAweb / Reuters

Bremen/Leipzig. Schon Jahre bevor die ersten Symptome auftreten, wird man in Zukunft Alzheimer diagnostizieren können. Nuklearmediziner haben eine Methode entwickelt, mit der sie spezielle Eiweiße, die sich im Gehirn der Erkrankten ablagern, feststellen können. Eine Forschergruppe um den Leipziger Nuklearmediziner Osama Sabri hat zwei Substanzen entwickelt, die die Veränderungen im Hirngewebe sichtbar machen können. Diese wird er auf der 50. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin in Bremen vorstellen, die bis Samstag dauert. Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft hält den Nutzen solcher Entwicklungen allerdings für begrenzt.

Die Eiweiß-Ablagerungen, die sogenannten Beta-Amyloid-Plaques, entstehen nach Angaben von Sabri mindestens zehn Jahre, bevor bei den Patienten erste Gedächtnisstörungen einsetzen. Neue Radiopharmaka, schwach strahlende Substanzen, machen diese bei einer speziellen Tomographie (Positronen-Emissions-Tomographie) erkennbar. Das Produkt einer Pharmafirma habe die US-Arzneimittelbehörde FDA zugelassen, so Sabri. Ein unter Beteiligung der Leipziger Forscher entwickelter Marker werde im Laufe des Jahres wohl ebenfalls auf den Markt kommen.

Verbesserung der Diagnostik
"Das ist eine signifikante Verbesserung der Diagnostik", sagte der Direktor der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin der Universität Leipzig. Denn dadurch könne eine mögliche Erkrankung nicht nur früh entdeckt, sondern auch von anderen Formen der Demenz abgegrenzt werden. Für eine zweite Substanz läuft eine Studie mit 20 Patienten, die an Alzheimer im Frühstadium erkrankt sind. Dieser Marker soll eine Störung bestimmter Rezeptoren im Gehirn nachweisen, welche von löslichen Vorstufen der Beta-Amyloid-Plaques verursacht werden.

Bisher sei das nur mit Hilfe von aufwendigen Messungen möglich, sagte Sabri. Das neue Verfahren werde die Dauer der Aufnahme in der Röhre verkürzen und die Bildqualität verbessern. Zudem könne damit künftig kontrolliert werden, ob Medikamente bei Alzheimer-Patienten anschlagen und die Veränderungen im Gehirn aufhalten. "Die neuen Verfahren verbessern die Versorgung der Patienten", sagte Sabri. Zugleich betonte er, dass diese nur ein Anfang seien. Denn noch immer gebe es für Alzheimer keine geeignete Therapie.

Kein Nutzen ohne Therapie
Aus diesem Grund hält die Deutsche Alzheimer Gesellschaft die neuen Diagnose-Verfahren zwar aus wissenschaftlicher Sicht für interessant. "Den Patienten wird das heutzutage aber nichts bringen, solange keine Therapie zur Verfügung steht", sagte Sprecher Hans-Jürgen Freter. "Man wird sicherlich nicht sagen können, ob die Krankheit mit 70, 80 oder 90 Jahren ausbricht." Außerdem würden Eiweiß-Ablagerungen im Gehirn nicht zwangsläufig bedeuten, dass jemand erkranken werde. Die bestehenden Diagnosemöglichkeiten, zu denen unter anderem psychologische Tests und eine Computertomographie gehören, wären nach Ansicht von Freter deshalb zurzeit ausreichend, würden aber zu selten genutzt.




Schlagwörter

Medizin, Alzheimer

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-04-25 10:09:45
Letzte Änderung am 2012-04-25 10:12:51


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