Wien. (gral) Auf Neuigkeiten in Sachen Verhütung hat man lange gewartet. Das Wundermittel per se gibt es zwar nach wie vor nicht, aber immerhin wurde jetzt die Möglichkeit der oralen hormonellen Kontrazeption um ein von Experten hochgepriesenes "natürliches" Präparat erweitert.
Die Anti-Baby-Pille ist laut Umfrage nach wie vor der beliebteste und bekannteste - vermutlich weil einfachste und sicherste - Verhütungsschutz. Die neue Pille entspricht ganz dem aktuellen Trend auf Natürlichkeit, wie der Gynäkologe Christian Matthai vor Journalisten betonte. Seit März ist "Zoely" in Österreich am Markt. Im Gegensatz zu synthetischem Östrogen und Gestagen (Gelbkörperhormon) vereint das Medikament das körpereigene 17-beta-Estradiol und ein hochselektives Gestagen. Das Präparat gewährleistet eine hohe kontrazeptive Sicherheit, eine ausgeprägte Zyklusstabilität und hat möglicherweise geringere Nebenwirkungen auf den Stoffwechsel und das Blutgerinnungssystem. Durch die Kombination mit dem Gelbkörperhormon Nomegestrolazetat, das vom natürlich vorkommenden Progesteron abgeleitet wird, werde die Sicherheit der neuen Pille aufgrund einer verlängerten Halbwertszeit deutlich erhöht.
Das Kupferkettchen
Doch nicht alle Frauen dürfen oder wollen Hormone verwenden. Hier könnte das seit zwei Jahren in Österreich verfügbare Verhütungskettchen die Lösung sein. Es besteht aus einem chirurgischen Kunststofffaden, an dessen Ende vier bis sechs winzige Zylinder aus Kupfer angebracht sind und wird am oberen Ende der Gebärmutterhöhle verankert. Dort kann die Kette bis zu fünf Jahre verbleiben und wirkt aufgrund des Spermien-abtötenden Effekts der Kupfer-Ionen. Da sie nur wenig Platz benötigt, können sie auch junge Frauen verwenden.