• vom 18.05.2012, 17:00 Uhr

Mensch

  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Der US-Designforscher Barry Katz über seine Disziplin, die zu einer allumfassenden Expertise geworden ist

"Design ist das fehlende Glied"


Von Eva Stanzl

  • Früher ging es um Gestaltung. Heute geht es um Lösungen für globale Probleme.

"Safe Food Project": Oskar von Hansteins Konzept eines Küchengeräts zur künstlichen Fleischerzeugung reagiert auf die umweltschädigenden Auswirkungen der konventionellen Fleischproduktion. Der Entwurf ist in der Ausstellung "Made 4 You: Design für den Wandel" ab 6. Juni im MAK zu sehen.

"Safe Food Project": Oskar von Hansteins Konzept eines Küchengeräts zur künstlichen Fleischerzeugung reagiert auf die umweltschädigenden Auswirkungen der konventionellen Fleischproduktion. Der Entwurf ist in der Ausstellung "Made 4 You: Design für den Wandel" ab 6. Juni im MAK zu sehen.Oskar von Hanstein "Safe Food Project": Oskar von Hansteins Konzept eines Küchengeräts zur künstlichen Fleischerzeugung reagiert auf die umweltschädigenden Auswirkungen der konventionellen Fleischproduktion. Der Entwurf ist in der Ausstellung "Made 4 You: Design für den Wandel" ab 6. Juni im MAK zu sehen.Oskar von Hanstein

Wiener Zeitung:Sie schreiben ein Buch über die Geschichte des Designs in Silicon Valley, dem US-Zentrum für Computertechnologie. Wie darf man sich das Thema vorstellen?

Werbung

Barry Katz: Design ist der "Missing Link" im gesamten System von Silicon Valley, denn es macht Technologie marktfähig. Heute arbeiten mehr Designer in Silicon Valley als irgendwo sonst. Das war aber nicht immer so: Anfang der 1980er Jahre war es nur ein Dutzend. Als die ersten Industriedesigner den Technologiefirmen nahelegten, dass Design deren Entwicklungen verbessern könnte, meinten die Ingenieure: "Wir haben es doch schon entworfen, wollen Sie es etwa anmalen?" Sie verstanden nicht, dass Design mehr ist als Gestaltung. Heute ist es ein Teil des Prozesses der Produktentwicklung, bei dem Designer und Techniker zusammenarbeiten, damit die Menschen ein gut nutzbares Gerät vorfinden.

Wie konnten die Ingenieure von Silicon Valley ihre Innovationen zu Beginn überhaupt verkaufen, wenn sie auf die Hülle keinen Wert legten?



Am Anfang mussten sie sie gar nicht verkaufen. Von 1950 bis 1980 wurde Silicon Valley nur für Technologie-Experten immer wichtiger. Nur eine einzige Firma erzeugte ein Produkt, das sich nicht an die Fachwelt richtete sondern an Konsumenten. Hewlett Packard brachte 1973 den ersten Taschenrechner auf den Markt. Es war revolutionär: Niemand zuvor hatte sich eine Rechenmaschine im Westentaschen-Format vorgestellt. Doch obwohl das Gerät für jedermann sein sollte, kauften es wieder nur Ingenieure oder Vermessungstechniker, weil es 399 Dollar kostete und damit den Gegenwert von 2000 Euro heute. Erst Apple etablierte um 1980 Computertechnologie für Konsumenten.

Brachte die Funktionen oder das Design ihrer Computer Apple den Durchbruch?

Bis dahin wurden Computer in Einzelteilen geliefert, zum Selbst-zusammenbauen. Erst Apple-Gründer Steve Jobs hatte die Idee, dass es für jeden Bastler, der gerne Hardware-Teile zusammensetzte, 1000 Menschen gäbe, die ihren Computer lieber fix-fertig aus der Schachtel nehmen wollen würden. Also verkaufte Apple ihre Rechner in versiegelten Hüllen - was umgehend Fragen aufwarf, wie die Hülle aussehen sollte, was sie vermitteln sollte oder aus welchem Blickwinkel das Keyboard am günstigsten zu betrachten sei.

Wofür steht Design heute?

Früher schrieben Experten Codes für Experten. Dann fragten sich Computerwissenschafter, wie eine Software leicht und intuitiv zu benutzen sei. Heute sind wir vom Beginn an bei Entwicklungsprozessen dabei. Wir entscheiden zwar nicht, wie ein Chip aussehen soll, aber wir geben Ideen, was er alles können sollte.




Schlagwörter

Design, Welternährung

Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-05-18 16:32:11


Beliebte Inhalte



Rekonstruktion der Überreste des wikingerzeitlichen Häuptlingssitzes in Borre. - LBI Arch Pro/Wallner
  • Einzigartiger Häuptlingssitz der Wikinger in Borre (Norwegen) entdeckt.
  • weiter

Exemplare wie dieser leben heutzutage nur noch in Gefangenschaft. - corbis
  • Der weiße Tiger ist laut Forschern ein bewahrenswerter Teil der Natur.
  • weiter

Malereien in den Höhlen der Sierra de San Carlos. - INAH
  • Archäologen entdeckten tausende Felsmalereien im Nordosten Mexikos.
  • weiter

1.088 PS aus einer selbst entwickelten und für 600 Kilometer ausreichenden Batterie beschleunigen das 1,65 Tonnen schwere Sportauto in 2,8 Sekunden von Null auf 100. - APAweb/ABTA.AT
  • Rimac begann 2007 in seiner Garage mit dem Bau seines ersten Elektroautos auf Basis eines alten BMW.
  • weiter

Aufgrund der typischen Wandkonstruktion wurde das nun entdeckte Langhaus auf die Zeit von 950 bis 980 n.Chr., also an das Ende der Belegungszeit des Gräberfeldes datiert. - APAweb
  • Mit Hilfe eines neu entwickelten, schneetauglichen Bodenradarsystems.
  • weiter

Angelina Jolie im Jahr 2001 mit ihrer sechs Jahre später im Alter von 56 Jahren verstorbenen Mutter Marcheline Bertrand. - reuters
  • Bei bestimmten Genmutationen ist das Brustkrebsrisiko um ein Vielfaches erhöht.
  • weiter

Dank und viel Beifall für Helmut Denk. - apa/Hochmuth
  • Scheidendes ÖAW-Präsidium zieht positive Bilanz und erhält Anerkennung.
  • weiter

Klonen kann gefährlich sein, wie Steven Spielbergs "Jurassic Park" zeigt. - apa/Universal/Amblin
  • Klonen ist ein zentrales Thema der Science Fiction in Film und Literatur.
  • weiter

Beim Klonen entnahmen die US-Wissenschafter unter anderem der Eizelle den Kern. - OHSU/dpa
  • Forscher klonen erstmals menschliche Stammzellen, daraus wird jedoch noch kein geklontes Kind geboren.
  • weiter

Marienkäfer: asiatisch (l.) und europäisch. - corbis
  • Asiatische Marienkäfer infizieren und dezimieren ihre europäischen Verwandten.
  • weiter




Werbung





Gottfried Helnwein, Peinlich, 1971,

Chondrocladia lyra, ein fleischfressender Schwamm, lebt über drei Kilometer tief im Pazifik vor der Küste von Kalifornien. Die Art wurde von der Universität von Arizona in Tempe (USA) für die Liste der skurrilsten Entdeckungen 2012 ausgewählt. 23.05.2013: Nach 28 Jahren stießen Biologen auf eine unbekannte Affenart in Afrika: die Lesula-Affen. Sie leben versteckt in der Lomami-Region in der Dem. Rep. Kongo und wurden nun von der Universität von Arizona für die Liste der skurrilsten Entdeckungen 2012 ausgewählt.

Nach Sony (PlayStaion 4) und Nintendo (WiiU) hat nun auch Microsoft seine Vision der zukünftigen Spielkonsolenwelt vorgestellt. Kinect Group Program Manager Scott Evans demonstrierte bei der Präsentation der "Xbox One" gleich einmal den neuen Kinect-Sensor, der nun nicht mehr als Zubehör erhältlich sein wird, sondern fix im Lieferumfang enthalten sein wird. Mailands "neubabylonischer" Hauptbahhnhof

Werbung