Wien.

Dass er etwas Besonderes ist, wurde Zlatan Jovanovic erst in der Hauptschule bewusst. "Als ich in der 2. oder 3. Klasse war, hat meine Lehrerin einen Artikel über mich auf das Klassenbrett gehängt und über das Thema geredet. Da hab ich mich dann auch dafür interessiert", erzählt er im Gespräch mit der "Wiener Zeitung". Das meiste über seine Entstehung habe er über die Medien erfahren - zu Hause sei es nie Gesprächsthema gewesen.
Die Sehnsucht nach
einem Kind war zu groß
Zwar sei er schon als kleines Kind - speziell zu seinen Geburtstagen - oft fotografiert worden. "Nachgefragt habe ich aber nie." Seitdem er 16 Jahre alt ist, gibt er auch Interviews. Heute sind dem gelernten Kfz-Mechaniker, der an einer Wiener Tankstelle arbeitet, die Hintergründe seiner Entstehung bewusst. "Ich bin leider ledig. Aber wäre ich in der Situation, würde ich auch alles versuchen, um mit meiner Frau ein Kind zu haben", sagt er.

Seine Mutter Jovanka Jovanovic, eine gebürtige Serbin, war vor 30 Jahren in dieser Situation. Beide Eileiter waren verklebt, sie wurde einfach nicht schwanger. "Ich hatte schon alles Mögliche probiert. Damals war es eine Schande, keine Kinder bekommen zu können. Viele Ehen sind daran zugrunde gegangen", erinnert sie sich. "Ohne Kind war mein Glück nicht komplett. Meine Sehnsucht war zu groß."
Als sie sich mit ihrem Problem an die Wiener Universitäts-Frauenklinik am AKH wandte, lernte sie mehrere junge Gynäkologen kennen, die sich mit In-vitro-Fertilisation beschäftigten. Unter ihnen Wilfried Feichtinger und Peter Kemeter, die vorrangig an der diesbezüglichen Forschung beteiligt waren und später ein privates IVF-Institut gründeten.
"Ich bin mit den Ärzten im Zimmer gesessen, und sie haben mir erklärt, welche Möglichkeiten es noch gäbe, schwanger zu werden. Als ich das von der IVF gehört habe, bin ich in Panik geraten, aufgesprungen und rausgerannt. Ich hab Zeit gebraucht, um nachzudenken. Dann bin ich wieder reingegangen und hab zugesagt. Aber ich war nicht sicher, dass es gelingt", sagt Jovanka Jovanovic, die damals im Zimmerservice eines Hotels arbeitete; ihr Mann war gelernter Maurer.