• vom 07.08.2012, 12:15 Uhr

Mensch

Update: 27.08.2012, 18:31 Uhr
  • Artikel
  • Kommentare (1)
  • Lesenswert (3)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Abwasser-Analyse als Basis

Studie: Europa konsumiert 360 Kilogramm Kokain pro Tag



  • An erster Stelle stehen Städte wie Antwerpen und Amsterdam

Die Wissenschafter haben im Urin auch nach Biomarkern für andere Drogen gesucht, wie Amphetamine, Ecstasy, Metamphetamin und Cannabis. Es stellte sich heraus, dass die Skandinavier - Schlusslichter beim Kokainverbrauch - bei den Metamphetaminen Meister sind. - APAweb

Die Wissenschafter haben im Urin auch nach Biomarkern für andere Drogen gesucht, wie Amphetamine, Ecstasy, Metamphetamin und Cannabis. Es stellte sich heraus, dass die Skandinavier - Schlusslichter beim Kokainverbrauch - bei den Metamphetaminen Meister sind. APAweb

Dübendorf. Ungefähr 360 Kilogramm Kokain werden jeden Tag in Europa konsumiert. Dies ist das Ergebnis einer internationalen Studie. Sie stützt sich auf die Abwasser-Analyse von 19 europäischen Großstädten mit insgesamt rund 15 Millionen Einwohnern, wie das Wasserforschungsinstitut des ETH-Bereichs Eawag, das an den Arbeiten beteiligt war, am Montag mitteilte.

Im vergangenen Jahr hatten die Eawag und die Universität Bern eine Studie veröffentlicht, die Kokainspuren in Abwässern von Bern, Genf, Luzern und Zürich untersucht hatte. Nun erscheint in der Fachzeitschrift "Science of the Total Environment" der Vergleich mit den neuen europäischen Zahlen. Er zeigt, dass in Schweizer Städten ähnlich viel Kokain konsumiert wird wie in den europäischen Städten mit dem höchsten Verbrauch.


Wenig Kokain in Skandinavien
An erster Stelle stehen Antwerpen (Belgien) und Amsterdam mit einem Schnitt von über 1,5 Gramm Kokain pro 1.000 Einwohner pro Tag. Die Städte Barcelona, London, Mailand und Paris befinden sich neben anderen im Mittelfeld mit 0,5 bis einem Gramm.

In skandinavischen Städten wie Stockholm, Oslo oder Helsinki hingegen ist der Konsum mit weniger als 0,15 Gramm pro Tag und 1.000 Einwohner sehr gering. Generell wird in Zentral- und Westeuropa deutlich mehr konsumiert als in Ost- und Nordeuropa, schreiben die Wissenschafter.

Eine Hochrechnung auf der Basis dieser Daten erlaubt eine Schätzung des Gesamt-Kokainkonsums in Europa. Er liegt bei 356 Kilogramm pro Tag. Das entspricht etwa zehn bis 15 Prozent der globalen, vom Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung geschätzten Kokainproduktion.


Spurensuche im Urin
Die letztjährige Studie über die Schweizer Situation zeigt, dass "die Kokainmengen im Abwasser im gleichen Bereich wie bei jenen europäischen Städten mit dem höchsten Konsum liegen", zitiert das Communique Christoph Ort von der Abteilung Siedlungswasserwirtschaft der Eawag.

Die Wissenschafter haben im Urin auch nach Biomarkern für andere Drogen gesucht, wie Amphetamine, Ecstasy, Metamphetamin und Cannabis. Es stellte sich heraus, dass die Skandinavier - Schlusslichter beim Kokainverbrauch - bei den Metamphetaminen Meister sind: Helsinki und Turku (Finnland), sowie Oslo (Norwegen) und Budweis (Tschechische Republik) führen die Liste an.

Die Niederlande - Utrecht, Amsterdam und Eindhoven - und wiederum Antwerpen und London zeigen die höchsten Werte für Ecstasy auf. Beim Cannabis hingegen konnten nur Daten in elf von 19 Städten erhoben werden. Nach dem wenig überraschenden Spitzenreiter Amsterdam kommt Paris, dicht gefolgt von Barcelona, Castellon (Spanien), Utrecht und Eindhoven.




Schlagwörter

Europa, Studie, Drogen, Cannabis, Kokain

1 Leserkommentar




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-08-07 12:16:58
Letzte Änderung am 2012-08-27 18:31:49


Beliebte Inhalte



Rekonstruktion der Überreste des wikingerzeitlichen Häuptlingssitzes in Borre. - LBI Arch Pro/Wallner
  • Österreichische Archäologen sind Weltspitze in der nicht-invasiven Erkundung aussichtsreicher Grabungsstätten.
  • weiter

Malereien in den Höhlen der Sierra de San Carlos. - INAH
  • Archäologen entdeckten tausende Felsmalereien im Nordosten Mexikos.
  • weiter

Exemplare wie dieser leben heutzutage nur noch in Gefangenschaft. - corbis
  • Der weiße Tiger ist laut Forschern ein bewahrenswerter Teil der Natur.
  • weiter

Inzucht macht Wölfe krankheitsanfällig. Forscher bauen Wildbrücken, damit die Raubtiere wandern und sich mischen können. - keystone
  • Zum Erhalt der Art benötigen die Raubtiere Partner mit anderem Blut.
  • weiter

Der WHO sind bisher 41 Infektionen mit dem neuen Coronavirus gemeldet worden, wobei 20 der betroffenen Patienten starben - vor allem im Nahen Osten. "Eine Gefahr in einer Region kann schnell zu einer Gefahr für alle werden", warnte die WHO-Chefin. - APAweb/AP/Health Protection Agency
  • "Die Situation verlangt die Zusammenarbeit der gesamten Welt."
  • weiter

Der Satellit beherbergte zahlreiche Species. - Bild: Roskosmos
  • De Biosputnik ist zurück.
  • weiter

Angelina Jolie im Jahr 2001 mit ihrer sechs Jahre später im Alter von 56 Jahren verstorbenen Mutter Marcheline Bertrand. - reuters
  • Bei bestimmten Genmutationen ist das Brustkrebsrisiko um ein Vielfaches erhöht.
  • weiter

Dank und viel Beifall für Helmut Denk. - apa/Hochmuth
  • Scheidendes ÖAW-Präsidium zieht positive Bilanz und erhält Anerkennung.
  • weiter

Klonen kann gefährlich sein, wie Steven Spielbergs "Jurassic Park" zeigt. - apa/Universal/Amblin
  • Klonen ist ein zentrales Thema der Science Fiction in Film und Literatur.
  • weiter

Beim Klonen entnahmen die US-Wissenschafter unter anderem der Eizelle den Kern. - OHSU/dpa
  • Forscher klonen erstmals menschliche Stammzellen, daraus wird jedoch noch kein geklontes Kind geboren.
  • weiter




Werbung





Gottfried Helnwein, Peinlich, 1971,

Die Wolldecke eines Navajo-Häuptlings wurde bei Sothebys in New York für rund 221.000 US-Doller versteigert. Es war die erste Auktion aus dem Nachlass der Sammlung Andy Williams, des bekannten US-amerikanischen Popsängers und Fernsehentertainers. Chondrocladia lyra, ein fleischfressender Schwamm, lebt über drei Kilometer tief im Pazifik vor der Küste von Kalifornien. Die Art wurde von der Universität von Arizona in Tempe (USA) für die Liste der skurrilsten Entdeckungen 2012 ausgewählt.

"Erstbegehung" des Wiener Wahrzeichens:  Slackliner Christian Waldner arbeitete sich in 60 Metern über dem Boden Schritt für Schritt vom großen Steffl-Turm (Südturm) bis zum südlichen Heidenturm vor und tänzelte nach kurzer Verschnaufpause wieder retour. Der Drahtseilakt dauerte rund zehn Minuten. Nach Sony (PlayStaion 4) und Nintendo (WiiU) hat nun auch Microsoft seine Vision der zukünftigen Spielkonsolenwelt vorgestellt. Kinect Group Program Manager Scott Evans demonstrierte bei der Präsentation der "Xbox One" gleich einmal den neuen Kinect-Sensor, der nun nicht mehr als Zubehör erhältlich sein wird, sondern fix im Lieferumfang enthalten sein wird.

Werbung