• vom 28.09.2012, 17:25 Uhr

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Die Österreichische Nationalbibliothek stellt als erste Kulturinstitution ihre "Vision 2025" vor

Die Wissensspeicher von morgen


Von Heiner Boberski

  • In Zukunft sollen statt handfester Bücher E-Books gesammelt werden.

Der ehrwürdige Augustinerlesesaal ist ein Prunkstück des Hauses.

Der ehrwürdige Augustinerlesesaal ist ein Prunkstück des Hauses.Österreichische Nationalbibliothek Der ehrwürdige Augustinerlesesaal ist ein Prunkstück des Hauses.Österreichische Nationalbibliothek

Wien. Sie bilden eine Schatztruhe des Wissens, die Bestände der Österreichischen Nationalbibliothek (ONB), die derzeit acht Millionen Objekte umfassen und ständig mehr Platz brauchen. Im "Sammeln, Bewahren, Vermitteln, Dokumentieren und Forschen" sieht die ONB ihre Hauptaufgaben, und um diese kreist auch die "Vision 2025", die ONB-Generaldirektorin Johanna Rachinger am Freitag in Wien der Öffentlichkeit präsentierte. Die ONB wirft damit als erste Kulturinstitution Österreichs einen solchen Blick in die Zukunft. Zugleich erklärte Rachinger, dass die ONB nach einer noch nötigen Mediengesetznovelle - von Ausnahmen abgesehen - nicht mehr Bücher, sondern E-Books als Pflichtexemplare bekommen wolle. Bis dahin werde aber der geplante Bücherspeicher unter dem Heldenplatz noch dringend gebraucht, jährlich kämen noch 50.000 neue Bände herein.

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Die Vision zeigt eine Einrichtung, die sich, so Rachinger, "von der traditionellen Gelehrtenbibliothek des 20. Jahrhunderts zum offenen Wissenszentrum des 21. Jahrhunderts" entwickelt hat. Die fünf Themenfelder der ONB-Vision wurden von Bettina Kann, Leiterin der Abteilung "Digitale Bibliothek", und Max Kaiser, Leiter des Bereichs "Forschung und Entwicklung", an konkreten Beispielen erläutert.

Erstens sollen die Bestände digitalisiert sein. Eine junge Historikerin sucht Zeitungsberichte aus dem Jahr 1989 über den Tod von Kronprinz Rudolf? Dank des 2025 komplett digitalisierten Zeitungsarchivs der Österreichischen Nationalbibliothek mit Volltextsuche hat sie binnen weniger Sekunden eine Liste der relevanten Artikel auf ihrem Bildschirm.

Zweitens will die ONB Wissen in jeder Form sammeln und sichern. Erhält zum Beispiel ein Journalist als Zeuge in einem Prozess gegen einen umstrittenen Politiker den Hinweis, dass es im Internet zehn bis fünfzehn Jahre davor Material in dieser Sache gab, so kann er 2025 leicht fündig werden: auf archivierten Webseiten, wie sie unter anderem im Webarchiv Austria der Nationalbibliothek gespeichert sind.

Drittens soll der Zugang zum Wissen einfacher sein. Angenommen, ein Unternehmer kommt auf die Idee, historische Werbungen zu vermarkten und entdeckt ein dafür sehr geeignetes Plakat für die Sonnenbrandcreme "Gänsehäufel" aus dem Jahr 1914. Wo? In den digitalisierten ONB-Beständen, in denen man auch in Anzeigenteilen von Zeitungen und nach Plakaten suchen kann.




Schlagwörter

Nationalbibliothek, Zukunft

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Dokument erstellt am 2012-09-28 17:33:07


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