• vom 03.10.2012, 11:28 Uhr

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Update: 03.10.2012, 11:31 Uhr
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Grab einer Metallverarbeiterin in Niederösterreich entdeckt

"Archäologische Sensation" in bronzezeitlichem Gräberfeld



  • Forscher: Fund ändert Vorstellungen der damaligen Geschlechterrollen.

Klosterneuburg. Von einer "archäologischen Sensation" im Weinviertel berichtet das NÖ Urgeschichtemuseum in Asparn an der Zaya: Bei Ausgrabungen in einem bronzezeitlichen Gräberfeld in Geitzendorf (Bezirk Korneuburg) wurde das Grab einer Metallverarbeiterin - und damit der erste Beleg für eine Frau in diesem Beruf entdeckt. Grabbeigaben weisen darauf hin, dass sie Schmuck hergestellt haben könnte.

In einem Gräberfeld in Asparn an der Zaya wurde das Grab einer Metallverarbeiterin gefunden - ein Sensationsfund, wie die Forscher meinten.

In einem Gräberfeld in Asparn an der Zaya wurde das Grab einer Metallverarbeiterin gefunden - ein Sensationsfund, wie die Forscher meinten. In einem Gräberfeld in Asparn an der Zaya wurde das Grab einer Metallverarbeiterin gefunden - ein Sensationsfund, wie die Forscher meinten.

15 Gräber waren in den Sommermonaten 2008 und 2009 ausgehoben worden. Folgende antrophologische Untersuchungen bestätigten nun den besonderen Fund, der die Vorstellungen von der Geschlechterrolle in der Bronzezeit "auf den Kopf" stelle.

Die Überreste der Metallverarbeiterin der Feinschmiedetechnik befanden sich in einer Tiefe von 145 Zentimetern, die Reste der Bestattung lagen auf einer schwarzbraunen, annähernd rechteckigen Erdschicht. Die Frau starb im Alter zwischen 45 und 60 Jahren, ihr Geschlecht wurde anhand der Schädel- und Unterkiefermerkmale festgestellt, das Becken als wichtigstes geschlechtsbestimmendes Merkmal war nicht vorhanden. Man habe in dem Grab trotz starker Beraubung neben zahlreichen Trachtbestandteilen wie Kleinbronzen und einer Henkeltasse auch vier Steingeräte - Amboss und verschiedenen Hammer- und Schlagsteine - entdeckt, die der Metallverarbeitung, insbesondere der Schmuckherstellung, gedient haben könnten, meinte Ernst Lauermann, NÖ Landesarchäologe und wissenschaftlicher Leiter des Urgeschichtemuseums.

Neue Fragen zur Stellung der Frau in der Gesellschaft
Dieser einzigartige Fund werfe neue Fragen in Bezug auf die Stellung der Frau in der frühbronzezeitlichen Gesellschaft auf. Der Befund zeige, dass handwerkliche Techniken im Zusammenhang mit Schmuckherstellung durchaus auch von Frauen durchgeführt werden konnten, während man bisher der Meinung war, Metallverarbeitung sei Domäne der Männer gewesen.

Das gesamte, dürftig erhaltene Fundmaterial des Gräberfeldes, überwiegend Keramik, werde der klassischen Stufe BzA2 der Aunjetitzer Kultur zugerechnet. 15 Gräber wurden nachgewiesen, die ursprüngliche Zahl dürfte bei 18 bis 20 gelegen sein.




Schlagwörter

Asugrabung, Bronzezeit

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-10-03 11:29:18
Letzte Änderung am 2012-10-03 11:31:38


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