Wien.

Streng genommen ist Vitamin D gar kein Vitamin, sondern ein im Körper gebildetes Hormon, das eben durch Sonneneinwirkung auf die Haut gebildet wird oder durch Nahrung zugeführt werden kann. Höchstens 20 Prozent des Bedarfs können durch wenige Nahrungsmittel wie fetten Fisch oder Eier aufgenommen werden.
Siegeszug in jüngster Zeit
Was fehlende Sonne für einen Einfluss auf die Knochen hat, wurde schon im 17. Jahrhundert entdeckt. Damals war es zu den ersten Beschreibungen von Rachitis gekommen. Bei dieser Erkrankung werden die Knochen weich und können sich verformen.
Der Zusammenhang mit Vitamin-D-Mangel gelang allerdings erst um 1920, so Holak. In den vergangenen zehn Jahren hat das Sonnenhormon schließlich einen Siegeszug durch Forschung und Medizin angetreten und wird heutzutage auch als potenzieller "Partner" für viele Erkrankungen gehandelt, nämlich, wenn es fehlt.
Ob Krebs, Tuberkulose, HIV, Multiple Sklerose, jugendlicher Diabetes oder Herzschwäche: Klar ist mittlerweile, dass es bei sehr vielen Krankheiten Zusammenhänge mit Vitamin D gibt, die Studienlage allerdings großteils ungenügend ist. Lediglich bei der Osteoporose ist es gesichert nachgewiesen, betont der Mediziner.
Vitamin D sorgt dafür, dass der Körper über den Darm ausreichend Kalzium resorbieren kann. Kann die Mineralisierung durch Kalzium nicht effektiv voranschreiten, werden die Knochen im jugendlichen Alter weich, bei Osteoporose-Patienten hingegen brüchig, was bei Stürzen verheerende Ausmaße annehmen kann.
15 bis 20 Minuten Sonne
Ein Vitamin-D-Mangel zieht sich global über alle Bevölkerungsschichten, denn die Menschen gehen heutzutage oftmals zu wenig ins Freie. Dabei würden 15 bis 20 Minuten Sonneneinstrahlung pro Tag oft reichen, um den Hormonspeicher aufzufüllen, erklärt Holak. Eines ist auch klar: Je weniger Kleidungsstücke man trägt, desto mehr kann die Haut an UVB-Strahlung aufnehmen.