• vom 17.10.2012, 18:24 Uhr

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Sechs Laureaten tragen beim Wiener NobelpreisträgerInnenseminar über ihre Forschungsgebiete vor

Wunder der biologischen Prozesse



  • Spitzenwissenschafter motiviert
  • die Neugier, nicht die Anwendung.

Wien.

Empfang der Nobelpreisträger: Laureaten Martin Evans (mit Begleitung), Ada Yonath, Günter Blobel, Elizabeth Blackburn, Staatssekretär Josef Ostermayer, Laureaten Thomas Steitz und Sidney Altman.

Empfang der Nobelpreisträger: Laureaten Martin Evans (mit Begleitung), Ada Yonath, Günter Blobel, Elizabeth Blackburn, Staatssekretär Josef Ostermayer, Laureaten Thomas Steitz und Sidney Altman.© Stanislav Jenis Empfang der Nobelpreisträger: Laureaten Martin Evans (mit Begleitung), Ada Yonath, Günter Blobel, Elizabeth Blackburn, Staatssekretär Josef Ostermayer, Laureaten Thomas Steitz und Sidney Altman.© Stanislav Jenis

(est) Nicht die Suche nach möglichen Anwendungen, sondern der Wunsch, die Rätsel ihrer Fachgebiete besser zu verstehen, treibt Wissenschafter zu Höchstleistungen an. Das betonten die australische Molekularbiologin Elizabeth Blackburn, Trägerin des Medizin-Nobelpreises 2009, und der US-Biophysiker Thomas Steitz, Chemie-Nobelpreisträger 2009, anlässlich des 7. Wiener NobelpreisträgerInnenseminars am Mittwoch in Wien bei einem Hintergrundgespräch des Klubs der Wissenschaftspublizisten.

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"Warum späht das Hubble-Weltraumteleskop zu fernen Galaxien? Damit der Mensch mehr über die Wunder des Universums erfährt. Mich selbst treibt die Neugier, ich staune immer wieder darüber, wie biologische Prozesse funktionieren", beschrieb Blackburn den Stellenwert der Grundlagenforschung. In Zukunft werde es besonders in der Medizin darauf ankommen, den Ablauf ganzer biologischer Prozesse und sogar Organismen aufzuklären, um neue Heilungsansätze zu finden.

Die Kopie des Erbguts
Elizabeth Blackburn, Professorin für Biologie und Physiologie an der Universität von Kalifornien in San Francisco, erhielt 2009 zusammen mit Carol Greider und Jack Szostak den Medizin-Nobelpreis für die Lösung eines großen Rätsels der Biologie. Die Forscher konnten zeigen, wie Chromosomen während der Zellteilung vollständig und fehlerfrei kopiert werden und dabei gegen Schäden geschützt bleiben.

Die Lösung liegt in den Enden der Chromosomen - genannt Telomere - und in einem Enzym, das sie aufbaut, der Telomerase.

Weiters fanden Blackburn und ihre Kollegen heraus, dass die schützenden "Kappen" an den Chromosomen-Enden im Zuge des Alterungsprozesses immer kürzer und fragiler werden. Wenn sie einen bestimmten Wert erreichen, können sie sich nicht mehr teilen. Die Zelle erkrankt oder stirbt.

Wird die Telomerase aktiviert, baut sie die Telomere wieder auf, wie Blackburn zeigte. Das Enzym schützt also bis zu einem gewissen Grad vor der Alterung. Es tut es jedoch nicht ewig, denn auch die Telomerase schwindet mit zunehmendem Alter dahin.

Könnten wir ewig leben, wenn es nur gelänge, das Enzym länger aktiv zu halten oder im Körper mehr davon zu erzeugen? "Leider nein, denn zu viel Telomerase lässt Zellen ungehindert wachsen, was Krebs fördert", warnt Blackburn im Gespräch mit der "Wiener Zeitung": "Vermutlich haben wir Menschen ein genetisches Programm, das uns nicht viel länger als 120 Jahre leben lässt. Die Alterung hängt zudem nicht allein vom Zustand der Telomere ab, sondern ist viel komplexer", so die Molekularbiologin.




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Dokument erstellt am 2012-10-17 18:29:10


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