• vom 05.03.2013, 06:52 Uhr

Mensch


Diabetes

Hungersnöte erhöhen späteres Diabetes-Risiko




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  • Die Hälfte aller Betazellen entwickeln sich bereits im ersten Lebensjahr.

Wien. (apa/est) Wenn eine Mutter während der Schwangerschaft hungern muss, ist die Chance, dass ihr Baby im fortgeschrittenen Alter an Diabetes leidet, deutlich größer als bei normal ernährten Müttern. Das haben Wiener Forscher um Stefan Thurner vom Institut für die Wissenschaft komplexer Systeme der Medizinischen Universität Wien anhand statistischer Untersuchungen festgestellt.

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Den Forschern fielen bei anderen Untersuchungen in den Geburtsjahren von 325.000 österreichischen Diabetes-Patienten drei Zacken auf - 1920/21, 1938 und 1946/47. Wie sich zeigte, stimmen die gehäuften Geburtsjahrgänge der Patienten mit dem Auftreten von Hungersnöten überein, vor allem bei Typ-2-Diabetes. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und der Monarchie 1918 brach die Nahrungsmittelversorgung in Österreich zusammen. 1938 führten Wirtschaftskrise, Arbeitslosigkeit und schlechte Ernten zu Hunger. Die Bevölkerung Europas litt 1946/47 am Hungerwinter.

Die Forscher verweisen auf die "Hypothese des sparsamen Phänotyps". Demnach würden Föten, deren Mütter unter Mangelernährung leiden, Strategien entwickeln, um ihre Überlebensrate nach der Geburt zu maximieren. Sind sie dann - entgegen der "Erwartung" - mit normaler Ernährung konfrontiert, könnte das Probleme mit den insulinproduzierenden Zellen (Betazellen) der Bauchspeicheldrüse verursachen. Etwa die Hälfte aller Betazellen eines Erwachsenen entwickeln sich bereits im ersten Lebensjahr.




Schlagwörter

Diabetes, Hunger

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Dokument erstellt am 2013-03-04 17:08:04



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