• vom 27.02.2014, 16:12 Uhr

Mensch


Erbkrankheiten

Streit um "Kinder dreier Eltern"




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  • Kontroversielle Befruchtungsmethode "noch nicht reif für Menschen".

Mit Affen-Eizellen wurde die Methode bisher getestet.

Mit Affen-Eizellen wurde die Methode bisher getestet.© ap/West Mit Affen-Eizellen wurde die Methode bisher getestet.© ap/West

Washington/Wien. (est) Die umstrittene "Drei-Eltern-IVF"-, eine Befruchtungsmethode im Rahmen der In vitro Fertilisation (IVF), ist zu wenig ausgereift, um bereits am Menschen gestestet werden zu können. Dies war der generelle Konsens der US-Gesundheitsbehörde FDA am Mittwochabend in einem Expertengremium.


Mit der Methode könnten selbst erbkranke Frauen gesunde Kinder bekommen. Allerdings um den Preis, dass die Kinder zwei Mütter und einen Vater hätten. Die Mitochondrien sind die Energiekraftwerke in den Zellen. Arbeiten sie nicht korrekt, macht sich das in massiver Schwäche, Muskelkrankheiten, neurodegenerativen Erkrankungen und bestimmten Formen von Diabetes und Krebs bemerkbar. Auch bei Alzheimer, Parkinson und Chorea Huntington könnten Mitochondrien-Defekte eine Rolle spielen. Mitochondriopathien sind bisher nicht heilbar, Mediziner können nur die Symptome behandeln. Schätzungen zufolge leidet etwa eines von 5000 bis 10.000 Neugeborenen daran.

Damit eine betroffene Frau ihrem Kind dieses Schicksal ersparen kann, müssen ihre Eizellen entkernt und das Erbgut in die entkernte Eizelle einer gesunden Spenderin übertragen werden, die zwar noch Mitochondrien enthält, aber nicht mehr das Erbgut der Spenderin. Die Eizelle wird dann befruchtet und in den Mutterleib eingebracht. Forscher der University of Oregon haben erstmals 2009 die Mitochondrien in Eizellen von Affen ausgetauscht. Nun wollen sie erproben, ob ihre Methode für den Menschen geeignet ist. Im Vorjahr hatten sich britische Forscher dafür ausgesprochen, die Befruchtungstechnik beim Menschen zu erlauben, heuer wird das Thema im britischen Parlament diskutiert. Kritiker halten die Methode für unethisch. Das FDA-Gremium betonte, dass erst weitere Fragen beantwortet werden müssten, sagte Komitee-Vorsitzender Evan Snyder vom Medical Research Institute in La Jolla.

Eine vergleichbare Diskussion wäre in Österreich schwierig, weil die Gesetzgebung strenger ist, unter anderem sind Eizellspenden und Leihmutterschaft verboten.




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Dokument erstellt am 2014-02-27 16:17:04



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