• vom 06.10.2014, 16:19 Uhr

Mensch


Essverhalten

Periodisches Fasten bringt vermutlich Lebensverlängerung




  • Artikel
  • Lesenswert (6)
  • Drucken
  • Leserbrief






    Graz. Gegen das Älterwerden und damit einhergehende Zellveränderungen gibt die Zelle nicht kampflos auf: Mit einem durch Fasten auslösbaren Schutzprozess - der Autophagie - setzt sie sich gegen Degeneration zur Wehr. An der Uni Graz untersuchen Molekularbiologen unter anderem, ob "Alternate Day Fasting" das Leben des Menschen verlängern kann.

    Fasten - oft nur im Hinblick auf Gewichtsreduktion betrieben - könnte laut Frank Madeo (Institut für Molekulare Biowissenschaften der Uni Graz) auch gesundheitsfördernde Auswirkungen auf den Organismus haben. "Bisher hat sich einzig die sogenannte kalorische Restriktion, das heißt die Verminderung der Nährstoffzunahme, tatsächlich als wirkungsvoll erwiesen, um die Lebensspanne zu verlängern oder altersassoziierte Krankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Neurodegeneration und Krebs in Schach zu halten", sagte Madeo. So hätten Experimente gezeigt, dass Mäuse, denen 30 Prozent weniger Nahrung verabreicht wird, etwa um 30 Prozent länger leben würden.


    Recycling-Prozess Autophagie
    Der Leiter der Arbeitsgruppe "Alterung und Zelltod" an der Uni Graz erkennt die Ursache dafür in einem Prozess namens Autophagie: "Das ist eine Art Selbstverdauungsprogramm, durch den ungenutzte Zellbestandteile in einzelne Makromoleküle abgebaut und somit für die Synthese neuer Zellkomponenten wiederverwertet werden." Dieser Recycling-Prozess werde immer dann in den Zellen angeschaltet, wenn nicht genug Makromoleküle über die Nahrung aufgenommen werden, so etwa durch Fasten. Dabei würden schädliche Zellbestandteile, die im Alter akkumulieren (wie etwa verklumpte Proteine und geschädigte Mitochondrien), entsorgt.

    Aus Madeos Sicht ist es klar, dass Pausen zwischen den Mahlzeiten sinnvoll sind, unklar sei jedoch, "wie groß" die Pausen sein sollten. "Irgendetwas zwischen zwei Mahlzeiten am Tag oder jeden zweiten Tag eine Mahlzeit scheint gesund zu sein." In seinem aktuellen Projekt nimmt Medeo das "Alternate Day Fasting" besonders ins Visier. Dabei wird abwechselnd je einen Tag gefastet und einen Tag ohne Einschränkung gegessen, was die Methode leicht durchführbar macht.




    Leserkommentare




    Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


    captcha Absenden

    * Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


    Dokumenten Information
    Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
    Dokument erstellt am 2014-10-06 16:23:04



    Beliebte Inhalte

    Meistgelesen
    1. Zigarrenförmiger Komet aus anderem Sonnensystem
    2. Maschinen entdecken Planeten
    3. Ist da jemand?
    4. Von der historischen Bibliothek zur Bibliothek der Zukunft
    5. Mensch verändert die Evolution von Braunbären massiv
    Meistkommentiert
    1. Massereiches Frühchen im All
    2. Wer will denn schon früh sterben?
    3. "Wir sind dabei, die Schlacht zu verlieren"
    4. Ist da jemand?

    Werbung




    Werbung


    Werbung