• vom 09.12.2014, 17:05 Uhr

Mensch

Update: 09.12.2014, 18:56 Uhr

Parkinson

Weitere Fortschritte bei Parkinson-Impfung




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  • Österreichisches Präparat geht unter EU-Aufsicht in klinische Studie.

Eine Impfung soll nicht nur Symptome lindern. - © dpa/Ralf Hirschberger

Eine Impfung soll nicht nur Symptome lindern. © dpa/Ralf Hirschberger

Wien. (gral) In der Behandlung der Parkinson-Krankheit scheint der allgemeine klinische Einsatz eines Impfstoffes am Patienten immer näherzurücken. Am Dienstag wurden in Österreich unter der Aufsicht eines eigenen EU-Konsortiums die Vorbereitungen für eine Phase-I-Studie gestartet.

Der vom heimischen Biotechunternehmen Affiris AG entwickelte Impfstoff PD03A, der als Therapeutikum bei ausgebrochener Erkrankung und nicht zur Vorbeugung dient, zielt auf das körpereigene Protein alpha-Synuclein ab. Dieses ist ein Eiweißstoff im Gehirn, der unter anderem die Dopaminausschüttung
reguliert. Mutation haben maßgeblichen Einfluss auf die Entwicklung einer Parkinson-Erkrankung.

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Der Botenstoff Dopamin spielt wiederum vor allem bei der Feinabstimmung und Koordination von Bewegungsabläufen eine wichtige Rolle. Auch Mimik und Gestik sind von ihm beeinflusst.

Sterben die Dopamin produzierenden Zellen nach und nach ab, machen sich die typischen Parkinson-Symptome wie Zittern (Tremor), eine Verlangsamung der Bewegung, Muskelsteifheit und Haltungsstörungen bemerkbar. Der Prozess setzt allerdings schleichend ein. Bis zur vollen Ausprägung der Erkrankung vergehen oft Jahre.

Krankheitsverlauf ändern
Der aktuelle wissenschaftliche Stand geht davon aus, dass Parkinson durch Ablagerungen von pathologischen Formen von alpha-Synuclein im Nervensystem verursacht wird. Auf der Basis dieser Annahme gehen die Forscher davon aus, dass eine Reduktion dieser Proteinkonzentrationen einen positiven Einfluss auf den Verlauf der Krankheit haben kann.

Mit bisherigen Behandlungsstrategien könne man lediglich eine rein symptomatische Verbesserung erreichen, doch PD03A habe das Potenzial, positiv auf den Krankheitsverlauf einzuwirken, heißt es seitens Affiris. "Es hat das Potenzial, die Ursache von Parkinson zu behandeln - nicht nur die Symptome", betont auch der Wiener Neurologe Dieter Volc, der die Studie in Wien durchführt. PD03A soll dies erreichen, indem die Produktion von Antikörpern angeregt wird, die alpha-Synuclein binden und seine Beseitigung fördern, um die toxische Wirkung zu neutralisieren.

Erst vor Kurzem hatte Affiris gemeinsam mit der Michael J. Fox Foundation die ermutigenden Ergebnisse der Phase-I-Studie des Impfstoffes PD01A, einem weiteren Kandidaten aus dem Pool des Unternehmens, präsentiert. Diese bestätigten die Sicherheit und Verträglichkeit von PD01A sowie dessen Fähigkeit, eine Immunantwort auszulösen und funktionelle Stabilisierung zu erreichen.

"PD03A wird jetzt in einem vergleichbaren Kontext getestet und wir sind schon äußerst gespannt auf die Ergebnisse", betont Affiris-Mediziner und Koordinator des EU-Konsortiums Sympath, Achim Schneeberger.

Die multizentrische, verblindete, randomisierte, Placebo-kontrollierte Studie "zielt darauf ab, die Sicherheit und Verträglichkeit des Impfstoffes zu demonstrieren. Als sekundärer Endpunkt werden zudem die immunologische und klinische Aktivität des Impfstoffes in den geimpften Patienten bewertet", erklärt Werner Poewe, Direktor des Department Neurologie und Neurochirurgie an der Medizinuni Innsbruck, der die Studie im Westen Österreichs durchführt. Sympath ist ein Kooperationsprojekt des 7. EU-Rahmenprogramms mit einer Laufzeit von 48 Monaten.




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Dokument erstellt am 2014-12-09 17:08:05
Letzte ─nderung am 2014-12-09 18:56:04



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