• vom 19.12.2014, 16:32 Uhr

Mensch


Genetischer Code

Wie die Sprache des Lebens entstanden ist




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    Wien. Das Leben kennt nur eine Sprache: den genetischen Code. Dieser beschreibt, wie Informationen im genetischen Material gespeichert sind. Die Sprache ist für alle Lebewesen gleich - vom Bakterium bis zum Menschen. Doch wie der Code entstanden ist, ist ein Rätsel. Wiener Forscher um Bojan Zagrovic an den Max F. Perutz Laboratories von Uni und Medizinuni Wien liefern nun Hinweise zur Lösung des Mysteriums im Fachmagazin "Nucleic Acids Research".

    Informationen über Lebewesen, wie Größe, Haar- oder Augenfarbe, Charakter- oder Krankheitsanlagen, sind in den Genen gespeichert. Damit die Zellen diese Informationen ablesen können, wird von ihnen zunächst eine Abschrift in Form von "Boten-RNAs" (mRNAs) gemacht. Die Botschaft wird in einem zweiten Schritt gelesen und dann zur Herstellung von Proteinen, die die Arbeit in den Zellen erledigen, verwendet.

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    Bindungswechselwirkung
    Während die Informationen der mRNAs in einem 4-Buchstaben-Alphabet von Nukleobasen geschrieben stehen, bestehen Proteine aus einem 20-Buchstaben-Code von Aminosäuren. Zagrovic und seine Kollegen analysierten die vollständigen Boten-RNAs und die von ihnen codierten Proteine und entdeckten, dass die meisten Boten-RNAs heutiger Lebewesen Signaturen halten, die auf eine Wechselwirkung mit jenen Proteinen hindeuten, für die sie codieren. Die Forscher untersuchten diese Beziehung für 15 Organismen. Die Dichteprofile verschiedener Nukleobasen in mRNAs ähnelten der Aminosäureaffinität für dieselben Nukleobasen im zugehörigen, codierten Protein. Dies deute darauf hin, dass der genetische Code als Folge der direkten Bindungswechselwirkungen zwischen mRNAs und Proteinen entstanden sei. Laut den Forschern legen die Ergebnisse nahe, dass der genetische Code am Anfang simpler war und durch die Wechselwirkung komplexer wurde.




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    Dokument erstellt am 2014-12-19 16:35:04



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