• vom 20.11.2015, 18:55 Uhr

Mensch


Gesundheit

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Von Alexandra Grass

  • Herzratenmessungen liefern Einblick in die Leistungs- und Regenerationsfähigkeit eines Menschen.



Wien. Das Herz ist der Taktgeber des Menschen. Und so wie in der Musik Töne und Pausen in unterschiedlicher Länge aufeinanderfolgen, gibt es auch zwischen den Herzschlägen variable Intervalle. Mit winzig kleinen Veränderungen reagiert unser Pumporgan nämlich ganz selbständig auf innere und äußere - positive und negative - Reize. Gesteuert wird es dabei durch das autonome Nervensystem - jenes System, das unter anderem die lebenswichtigen Funktionen wie Herzschlag, Atmung, Verdauung und Stoffwechsel steuert und kontrolliert.

Das Phänomen dieser Veränderungen nennt man Herzratenvariabilität (HRV) und wurde 1965 erstmals von E.H. Hon und S.T. Lee publiziert. Die beiden Mediziner erkannten an den Intervallen zwischen den Schlägen eine Notsituation für ein Ungeborenes, noch bevor sich die Herztöne selbst veränderten.

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Unter diesen Voraussetzungen stellt sich das Herz geradezu als ideales Messinstrument dar, wenn wir über unseren gesundheitlichen Zustand Bescheid wissen wollen. Vor allem in der ganzheitsmedizinischen Gesundheitsvorsorge wird der HRV ein immer höherer Stellenwert eingeräumt. Denn "das autonome, vegetative Nervensystem kann nicht lügen", betont Alfred Lohninger, Gründer und medizinischer Leiter der in Wien ansässigen Autonom Health GesundheitsbildungsGmbH.

Aktivität der Hauptakteure
Die Aktivität seiner Hauptakteure Sympathikus und Parasympathikus und deren Zusammenspiel geben Auskunft darüber, wie anpassungsfähig ein Mensch ist. Der Sympathikus bereitet den Organismus auf körperliche und geistige Leistungen vor, sorgt dafür, dass das Herz kräftiger schlägt, sich die Atemwege erweitern und die Darmtätigkeit abnimmt. Er macht den Körper bereit, zu kämpfen oder zu flüchten.

Der Parasympathikus wiederum steuert die Körperfunktionen in Ruhe und ist für die Regeneration verantwortlich. Er aktiviert die Verdauungstätigkeit und andere Stoffwechselvorgänge und liefert Entspannung.

Bei Gesunden befinden sich Leistungs- und Entspannungsnerven in einer gewissen Balance und sorgen für die nötige Anpassungsfähigkeit. Bei unliebsamen Einflüssen wie Krankheit, Stress oder Raubbau am eigenen Körper geht diese Anpassungsfähigkeit allerdings immer mehr verloren und die HRV ist gleichströmiger. Der Körper verliert seine Regenerations- und Leistungsfähigkeit und Krankheiten können sich manifestieren.

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2015-11-20 15:59:10
Letzte ńnderung am 2015-11-20 17:50:03



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