• vom 07.04.2016, 18:00 Uhr

Mensch


Anthropologie

Neandertaler-Gene abgelehnt




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  • Das Immunsystem wehrte eine Fortpflanzung mit dem Homo sapiens ab.

Fehlgeburten waren die Folge von Vermischungen mit dem modernen Menschen.

Fehlgeburten waren die Folge von Vermischungen mit dem modernen Menschen.© Science Fehlgeburten waren die Folge von Vermischungen mit dem modernen Menschen.© Science

Stanford/Leipzig. Neandertaler-Männer sind womöglich schuld daran, dass es trotz einiger Liebeleien mit modernen Menschen nicht zu mehr Nachwuchs gereicht hat. Bestimmte Erbanlagen auf dem männlichen Geschlechtschromosom könnten eine erfolgreiche Fortpflanzung mit dem Homo sapiens verhindert haben, wie ein Forscherteam um Fernando Mendez von der Universität Stanford im "American Journal of Human Genetics" berichtet.

Das Immunsystem der Schwangeren unter den modernen Menschen hat sich demnach möglicherweise gegen männliche Föten mit diesen Neandertaler-Genen gewehrt - mit Fehlgeburten und weniger überlebensfähigen oder fruchtbaren Nachkommen als Folge. Die gelegentliche Vermischung hat aber dennoch Spuren hinterlassen. Menschen mit Wurzeln außerhalb Afrikas tragen Untersuchungen zufolge noch immer zwischen etwa einem und vier Prozent Neandertaler-DNA in sich. Der Verwandte des heutigen Menschen starb vor rund 30.000 Jahren aus.

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Während Frauen zwei X-Chromosomen in ihrem Erbgut haben, besitzen Männer jeweils ein X- und ein Y-Chromosom. In der Studie sei zum ersten Mal das Y-Geschlechtschromosom eines Neandertalers ausführlich analysiert worden - der Mann hatte vor rund 49.000 Jahren in Spanien gelebt. DNA des Neandertaler-Geschlechtschromosoms sei nie im modernen Menschen nachgewiesen worden, teilte die Universität Stanford mit.

Zurück ins Labor
Die letzten gemeinsamen Vorfahren lebten der Studie zufolge vor rund 590.000 Jahren. Die Veränderungen im Y-Chromosom der Neandertaler seien wahrscheinlich in der langen Zeit entstanden, in denen die Gruppen getrennt waren. Als sie wieder aufeinandertrafen, zeugten sie mehrere Male fruchtbare Nachkommen "Jetzt müssen wir ins Labor, um den Einfluss der Mutationen auf die Fortpflanzung besser verstehen zu können", erklärt Ko-Autor Sergi Castellano vom Leipziger Max-Planck-Institut (MPI) für evolutionäre Anthropologie.




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Dokument erstellt am 2016-04-07 16:35:07



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