• vom 22.11.2016, 15:58 Uhr

Mensch


Medizin

Mehr Einblick in Zika-Effekte




  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief





  • Virusinfektion auch für Erwachsene ein gewisses Risiko.

Chicago/Wien. (gral) Gleich drei neue Studien über die Auswirkungen des Zika-Ausbruchs in Brasilien geben einen näheren Einblick in die Wirkungsweise des Virus im menschlichen Organismus. Anhand von Computertomografie-Untersuchungen konnten die Forscher um Natacha Calheiros de Lima Petribu vom Department of Radiology am Barao de Lucena Hospital bei 16 infizierten Neugeborenen Auffälligkeiten erkennen - etwa ein verringertes Gehirnvolumen, Verkalkungen, eine Ausdehnung der Gehirnventrikel oder ein auffälliges Hinterhauptsbein.

"Wir leben in Pernambuco, einem Staat im Nordosten Brasiliens, der die höchste Anzahl an Patienten mit Mikrozephalie während des Zika-Ausbruchs aufweist", betont die Wissenschafterin. Und weiter: "Unsere Studie beweist, dass eine Zika-Virusinfektion angeborene Gehirnschäden bei Babys mit und ohne Mikrozephalie auslösen kann."


Eine weitere Arbeit analysierte Magnetresonanztomografie-Bilder von drei besonderen Zielgruppen: Erwachsene mit neurologischen Symptomen, Neugeborene mit aufrechter Infektion und neurologischen Beeinträchtigungen sowie Schwangere mit einem schnellen Krankheitsausbruch.

Empfehlungen für Schwangere
Einige der Erwachsenen entwickelten Symptome des Guillain-Barre-Syndroms, eine seltene neurologische Beeinträchtigung, bei der das Immunsystem das körpereigene Nervensystem angreift. Dabei kommt es zu einer rapiden Muskelschwäche. Andere Erwachsene zeigten Entzündungen des Gehirns, des Rückenmarks oder des Hirnstamms.

"Es war alarmierend, dass wir bei Erwachsenen in einigen Fällen mitunter sehr ernsthafte neurologische Veränderungen im Zusammenhang mit der Zika-Virusinfektion feststellten", betonte Emerson de Melo Casagrande vom Department of Radiology am Antonio Pedro University Hospital der Federal Fluminense University. Die üblichen Symptome einer Zika-Infektion beinhalten Fieber, Ausschläge, Gelenks-, Muskel- oder Kopfschmerzen. Ernstere Verläufe wie das Guillain-Barre-Syndrom seien dennoch eher ungewöhnlich, betonen die Forscher. Die Mehrzahl der infizierten Erwachsenen zeigt allerdings keinerlei Erkrankungssymptome.

Am gefährlichsten ist die Übertragung des Virus nach wie vor auf das Ungeborene im ersten Trimester der Schwangerschaft, wie die dritte Studie zeigt. Schwangere und Frauen mit Kinderwunsch sollten daher Gebiete, in denen infizierte Mücken leben, meiden, empfehlen die Forscher einmal mehr. Wer im Land lebt, sollte die Empfehlungen der Gesundheitsbehörden befolgen: Kleidung und Mückenrepellents können Abhilfe schaffen. Zudem sind regelmäßige Untersuchungen des Ungeborenen empfohlen.




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2016-11-22 16:02:04



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Umwelt-Archive auf dem Grund
  2. Wiener reagieren sich mit Schimpfen ab
  3. "Wir alle wollen Astronauten werden"
  4. Umweltwächter im All
  5. Der Sitz der Eifersucht
Meistkommentiert
  1. Der Sitz der Eifersucht
  2. Schmarotzer mit Feuerkraft
  3. Am Gängelband der Gestapo
  4. Hirse für die Welternährung
  5. Umwelt-Archive auf dem Grund

Werbung




Werbung


Werbung