• vom 10.01.2017, 16:42 Uhr

Mensch


Medizin

Karies-Löcher schließen sich von selbst




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    London. Karies ist wohl eines der lästigsten und mitunter auch teuersten Übel des Menschen. Während es im Tierreich nur so wimmelt von Lebewesen, die kariesfrei leben oder deren Zähne wie etwa beim Hai lebenslang nachwachsen, fühlen sich die Kariesbakterien beim Menschen besonders wohl. Dies zeigt auch die Zahl der Zahnarztbesuche. Schon längere Zeit tüfteln Forscher daher an der Selbstheilung beschädigter Zähne. Britische Wissenschafter haben nun an Mäusen gezeigt, dass sich Karies-Löcher mit Hilfe spezieller Substanzen wieder schließen lassen. Sie entwickelten dafür eine selbstauflösende Füllung, die die Zähne über die Stimulierung von Stammzellen dazu anregt, sich selbst zu heilen, wie sie in den "Scientific Reports" berichten. Das Fernziel dieser Forschung geht dabei weit über das Stopfen von Löchern hinaus. Künftig soll es nämlich möglich werden, komplette Zähne nachwachsen zu lassen.

    Natürliche Regeneration
    Bis zu einem gewissen Grad reparieren Zähne von Bakterien verursachte Schäden mit Hilfe der Stammzellen im Zahnmark in einem fortwährenden Prozess selbst. Erst wenn das nachgelieferte Material nicht ausreicht, durchdringen die Mikroben den Zahnschmelz. Verursacht wird diese Erkrankung der Zähne durch den Stoffwechsel von Bakterien. Die Mikroben wandeln Zucker in Säuren um, die den Zahnschmelz entkalken. Ist dieser porös geworden, können die Bakterien in den Zahn eindringen und ihn zerstören. Zur Behandlung wird die erkrankte Zahnsubstanz entfernt und das Loch mit Materialien wie Keramik oder Gold gefüllt. Diese bauen sich jedoch nicht ab, daher ist eine Regeneration des Zahns über natürliche Prozesse nicht möglich. Ein Biomaterial, versetzt mit einem bestimmten Enzym, das die Selbstheilungskräfte aktiviert, könnte hier Abhilfe schaffen.

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    Dokument erstellt am 2017-01-10 16:47:06



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