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Update: 28.06.2017, 16:32 Uhr

Astronomie

Interstellare Gefahr




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  • Am Welt-Asteroiden-Tag wird die mögliche Bedrohung durch Himmelskörper vor Augen geführt.

Ein Asteroid schlägt ein.

Ein Asteroid schlägt ein.© Fotolia/muratart Ein Asteroid schlägt ein.© Fotolia/muratart

Wien. Interstellare Gesteinsbrocken unterschiedlicher Größe können eine schlagkräftige Wirkung auf Planeten haben - und damit auch auf unsere Erde. Hollywood hat es schon häufig vorgemacht, was beim Einschlag eines Asteroiden passieren könnte. Tatsächlich hat es erst einmal so richtig gekracht - nämlich am 30. Juni 1908. Damals explodierte ein Asteroid über Sibirien mit der Macht mehrerer hundert Hiroshimabomben - das sogenannte Tunguska-Ereignis. Seit dem Jahr 2015 wird dieser Jahrestag weltweit als "Asteroid Day" dazu genutzt, auf die Gefahr von Asteroideneinschlägen hinzuweisen.

Effekt auf die Erde


Die meisten dieser Gesteinsbrocken rasen weit entfernt von der Erde durch das All. Doch manche von ihnen kommen dem blauen Planeten ziemlich nahe. Bei Asteroiden von bis zu 400 Metern Durchmessern müsste man sich vor allem vor gleichzeitig auftretenden Windstößen und Druckwellen schützen, haben Forscher von der Universität Southhampton in Großbritannien jüngst herausgefunden. Sie haben untersucht, welcher Effekt eines einschlagenden Asteroiden auf der Erde die gravierendsten Folgen für die Menschen, also die meisten Opfer hätte.

Im Journal "Geophysical Research Letters" analysierten sie die Verteilung der möglichen Opfer nach sieben wahrscheinlich auftretenden Effekten: Tsunamis, fliegende Trümmer, Schockwellen, Hitze, Erdbeben, Winde und Kraterbildung.

Bei Einschlägen ins Meer führen Tsunamis naturgemäß zu den meisten Opfern. Insgesamt gesehen gehe davon jedoch keine so große Gefahr aus wie von Einschlägen auf der Erde, schlussfolgern die Wissenschafter. Besonders gefährlich seien bei Letzteren atmosphärische Druckwellen, die sich mit Überschallgeschwindigkeit ausbreiten, und dabei entstehende starke Winde. Sie seien für über 60 Prozent der Todesopfer verantwortlich. Dadurch würden Menschen durch die Luft schleudern und Gebäude einstürzen.

In ihrem Computermodell ließen die britischen Forscher insgesamt 50.000 Asteroiden mit 15 bis 400 Metern Durchmesser auf die Erde treffen. Die Ergebnisse der Studie könnten Krisenmanagern bei der Vorbereitung auf einen drohenden kosmischen Einschlag helfen.

Weltweit mehr als 500 Vorträge
Um auf diese außerirdischen Gefahren aufmerksam zu machen, finden morgen, Freitag, weltweit mehr als 500 Vorträge, Präsentationen und Vorführungen in mehr als 70 Ländern statt. Das Naturhistorische Museum Wien bietet etwa den Programmschwerpunkt "Mikrometeoriten". Unter dem Mikroskop kann man Mikrometeorite, von denen täglich rund 100 Tonnen auf der Erde landen, betrachten. Die Show "Incoming! Kosmische Kollisionen" der California Academy of Sciences führt auf eine Zeitreise durch die Geschichte des Sonnensystems. Das Institut für Astrophysik der Universität Wien widmet sich der Frage, wie man zukünftige Einschläge verhindern beziehungsweise Asteroiden als Rohstoffquellen nutzen kann.

Infos: asteroidday.org/oesterreich




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-06-28 16:24:06
Letzte ńnderung am 2017-06-28 16:32:10



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