• vom 12.09.2017, 16:42 Uhr

Mensch


Medizin

Onkologische Chirurgie im Vormarsch




  • Artikel
  • Lesenswert (3)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Alexandra Grass

  • Fortgeschrittener Darmkrebs ist mittlerweile heilbar.

Wien. Nicht zuletzt aufgrund mangelnder Vorsorge werden heutzutage immer häufiger Darmkrebserkrankungen im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert. Metastasen in Leber (dies betrifft rund 75 Prozent der Patienten), Bauchfell und Lunge sind daher keine Seltenheit mehr, wie Thomas Grünberger, Vorstand der 1. Chirurgischen Abteilung in der Krankenanstalt Rudolfsstiftung am Dienstag im Gespräch mit der "Wiener Zeitung" erklärte. Die Behandlungsmethoden haben sich allerdings in den vergangenen Jahren insofern verbessert, dass auch in vielen dieser Fälle eine Heilung möglich ist.

Grundsätzlich sei der Darmkrebs eine "verhinderbare Erkrankung", betont der Experte mit Hinweis auf Vorsorgeprogramme. Doch wird das Angebot der Koloskopie ab dem 50. Lebensjahr zu wenig angenommen. Das Resultat: Acht von zehn Patienten werden im metastasierten Stadium diagnostiziert.


Doch die Techniken erlauben den Chirurgen heute nicht nur schonende, sondern auch erfolgreiche Methoden. Der Großteil der Eingriffe erfolgt schon minimalinvasiv - also nur über kleine Einschnitte, was den Patienten die belastenden Folgen einer offenen Operation erspart.

Sanfte Roboterchirurgie
Für die meisten Eingriffe wird heute kein Skalpell mehr verwendet, sondern kommt die sogenannte Elektrokoagulation zum Einsatz. Mit Strom versehene "Stifte" ermöglichen einen nahezu blutlosen Schnitt durch das Gewebe. Der Strom trennt nicht nur die Gewebe, sondern versiegelt praktisch auch gekappte Blutgefäße, erklärte Grünberger.

Große Fortschritte für die Chirurgie bringt dem Experten zufolge der Einsatz von Robotern. Dank besserer dreidimensionaler Sicht und verbesserter Instrumente kann nicht nur in anatomisch engen Bereichen operiert werden, sondern bleiben auch Operationstraumata und Schnitte auf ein Minimum beschränkt. In öffentlichen Spitälern sind solche Roboter allerdings aus Kostengründen noch Mangelware, beklagt Grünberger. Ihr Einsatz sei jedoch "sehr effektiv und zum Vorteil des Patienten".

Mit den Maßnahmen aus Chirurgie, Onkologie und Radiologie gelinge es heute viel öfter, auch bei einem fortgeschrittenen Krankheitsstadium erfolgreich einzuschreiten und Tumorfreiheit zu erreichen. Im Rahmen eines Info-Nachmittags an der Krankenanstalt Rudolfsstiftung informieren Experten am Donnerstag über aktuelle Fortschritte zum Thema.

Info-Nachmittag zur Metastasentherapie in der Krankenanstalt Rudolfsstiftung bei freiem Eintritt. 14. September von 16 bis 18.30 Uhr.

www.selbsthilfe-darmkrebs.at




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-09-12 16:48:07



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. LED-Licht zu hell für die Welt
  2. Viele Therapien, wenige Ärzte
  3. Klimawandel bedroht unser Kulturerbe
  4. Erde sagt "Stopp" zu superschnellen Teilchen im All
  5. Höchste Preise der Akademie
Meistkommentiert
  1. Alles Bio
  2. Wiener Forscher stellen Immunserum gegen HIV her
  3. Die Wissenschaft soll die Stimme erheben
  4. Auskunftshotline Zelle
  5. Der berühmteste aller Tiroler

Werbung




Werbung


Werbung