• vom 19.09.2017, 16:13 Uhr

Mensch


Genetik

Die Sprache der Stammzellen




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  • Die Kommunikation zwischen den Zellen lenkt diese in falsche Bahnen.

Wien. Stammzellen sind Alleskönner, die in der Therapie etwa kranke Blut-, Hirn- und Herzmuskelzellen ersetzen sollen. Doch manchmal geraten sie auf Abwege und bilden Tumore. Dazu müssen sie aber auf umliegende Zellen "einreden" und sie zu Mittätern machen, berichten Wiener Forscher im Fachblatt "Nature Communications". Verhindert man diese Kommunikation, entstehen keine Stammzelltumore.

Derzeit wird in dutzenden internationalen klinischen Studien versucht, über den Einsatz solcher Stammzellen neue Therapien etwa für Herzinfarkt, Krebs, neurodegenerative Erkrankungen wie Parkinson oder Alzheimer, Diabetes oder auch für eine Vielzahl verschiedener seltener genetischer Erkrankungen entwickelt werden. Das Grundprinzip dabei ist, aus diesen Stammzellen im Labor ganz gezielt bestimmte Zellen des Menschen herzustellen, um diese dann dem Patienten zu transplantieren - in der Hoffnung, geschädigte Gewebe beziehungsweise Organe dadurch zu regenerieren und in ihrer Funktion wieder herzustellen, so die Forscher um den Genetiker Markus Hengstschläger vom Institut für Medizinische Genetik der Medizinischen Universität Wien. Doch dabei täte sich ein "altbekanntes und bisher ungelöstes" Problem auf - nämlich, dass die Stammzellen in den Körpern der Patienten immer wieder eine Karriere als Krebszellen einschlagen und andere Nebenwirkungen wie Fibrosen hervorrufen.

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Hilfe benötigt
Die Wiener Forscher fanden heraus, dass die Stammzellen dazu aber Hilfe benötigen. "Sie sprechen quasi mit den Zellen ihrer Umgebung, indem sie Signale ausschicken, wie den Wachstumsfaktor IGF (Insulin-linke Growth Factor", erklärt Hengstschläger. Diese aktivieren in Blutzellen und anderen benachbarten Zellen den sogenannte "mTor"-Signalweg, der etwa das Zellwachstum antreibt und die Mobilität von Zellen fördert. "Dadurch wandern diese Zellen im Körper herum und auch in den Tumor hinein, und ernähren diesen", so der Genetiker. So entstünden sogenannte Teratome (Stammzelltumore) und andere Nebenwirkungen.

Hält man den umliegenden Zellen allerdings quasi die Ohren zu, indem man bei ihnen diesen "mTor"-Signalweg blockiert, kann sich in Folge kein Tumor entwickeln. "Diese Entdeckung ist ein wichtiger Schritt in Richtung der sicheren therapeutischen Anwendung von Stammzellen am Menschen", betonen die Wissenschafter. "Es ist sehr faszinierend zu beobachten, wie groß die durch die Stammzellen ausgelösten Veränderungen auf die Zellen des Organismus sind", freut sich die Erstautorin der Publikation Margit Rosner.




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Dokument erstellt am 2017-09-19 16:18:03



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