• vom 08.10.2017, 08:00 Uhr

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Tierallergie

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  • Allergisch auf Katz und Hund: Betroffene haben oft Probleme mit mehreren Tierarten.

Ausgekuschelt heißt es für Tierallergiker. Katzen lösen offenbar die stärksten und heftigsten allergischen Reaktionen aus.

Ausgekuschelt heißt es für Tierallergiker. Katzen lösen offenbar die stärksten und heftigsten allergischen Reaktionen aus.© fotolia/Ozerova Ausgekuschelt heißt es für Tierallergiker. Katzen lösen offenbar die stärksten und heftigsten allergischen Reaktionen aus.© fotolia/Ozerova

Die Österreicher sind ausgewiesene Tierliebhaber. In 40 Prozent aller Haushalte sind Hunde, Katzen und Kleintiere mit Fell anzutreffen. Doch nach Pollen sind Tierallergien die zweithäufigste Allergieform, hieß es bei der diesjährigen Tagung der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie in Innsbruck. Wie kann Abhilfe gefunden werden?

Das Einfachste wäre die Allergenvermeidung, also ein Leben ohne Tiere. Das Ausweichen auf andere Tierarten ist bei weitem nicht immer möglich. "Oft liegt auch nicht nur eine Tier(haar)allergie vor, sondern eine gegen zwei oder mehrere Tierarten", sagte Wolfgang Hemmer vom Floridsdorfer Allergiezentrum im Rahmen der dreitägigen Tagung.


Was machen Tierfreunde mitTierhaarallergie?
Die Häufigkeit von Tierhaarallergien ist groß: Sie betrifft rund 35 Prozent der Allergiker. Damit ist Tierhaarallergie zwar seltener als jene gegen Pollen, aber ähnlich häufig wie Hausstaubmilbenallergie. "Katzen sind die häufigste Ursache für Haustierallergien und lösen oft auch Kreuzsensibilisierungen gegenüber anderen Tieren aus", erläutert Hemmer. Allergien, die durch Kontakt mit Hunden oder Pferden ausgelöst werden, wären häufig weniger stark ausgeprägt.

Gerade Menschen mit Haustierallergien haben ein Problem: Die zum Beispiel bei Pollen- oder auch bei Hausstaubmilbenallergien ursächlich wirkenden Immuntherapien ("Allergieimpfung") kommen bei Haustierallergien kaum zum Einsatz. Das liegt vor allem daran, dass eine Vermeidung des Kontakts mit den Allergenen ja (prinzipiell) möglich ist: durch Verzicht auf Kontakt mit Tieren. Aber Tierfreunde mit Allergien wollen sich damit oft nicht abfinden und suchen nach anderen Lösungen. Hund statt Katze - ist das eine Lösung? Wolfgang Hemmer: "Wir würden diese Frage gerne beantworten können." Grundsätzlich sei das möglich, aber leider selten. Der Wiener Experte stellt fest: "Etwa 50 Prozent der Tierhaarallergiker zeigen im Allergietest eine Sensibilisierung auf mehr als eine Tierart."

So sind zwar 49 Prozent der Katzenhaarallergiker nur gegen Katzenhaare sensibilisiert, 30 Prozent aber zusätzlich auch gegen ein anderes Tier. 21 Prozent sind sogar gegen mehrere Tierarten allergisch. Hingegen haben nur 13,4 Prozent der Hundehaarallergiker ausschließlich eine Sensibilisierung gegen Hundehaare, 48,4 Prozent von ihnen aber auch noch eine Sensibilisierung gegen eine weitere Tierart und 38,2 Prozent gleich gegen mehrere Tierarten.

Kompliziert wird die Situation dadurch, dass die verschiedenen Allergenfamilien oft bei mehreren Tierarten vorkommen, umgekehrt aber wiederum fast alle Tiere Allergene aus mehreren Allergenfamilien enthalten.

Allergene aus der sogenannten Fel-d-1-Familie (Uteroglobuline) gibt es von Katzen (Hauptallergen der Katze) und Hunden. Serumalbumine als potenzielle Allergene kommen wiederum bei Katzen, Hunden, Pferden und Kaninchen vor. Sogenannte Kreuzallergien sind hier häufig. Ähnliches gilt für die Lipocaline, die als große Allergenfamilie wiederum bei Katzen, Hunden, Pferden und Meerschweinchen vorkommen.

Hund geht nicht,
Hündin vielleicht doch

Die sogenannten Latherine findet man wiederum als Allergene bei Pferd und Katze. Immunglobuline als Allergene gibt es bei allen Tierarten (Katze, Rind, Ratte). Spezifische Antigene von männlichen Hunden sind sogenannte Argininesterasen (Allergen Can f 5). Hemmer: "Oftmals kommt es auch vor, dass man, wenn man einen Welpen bekommt, nicht allergisch auf ihn reagiert. Das heißt aber leider nicht, dass das so bleiben muss. Denn einige Allergene werden erst mit fortschreitendem Alter des Tieres ausgebildet."

Wenn also ein auf sein bisheriges Haustier allergisch gewordener Tierfreund auf eine andere Tierart ausweichen will, ist eine - durch die Errungenschaften der modernen Molekularbiologie bereits möglich - spezifische Testung angewiesen. Dabei wird möglichst genau bestimmt, auf welches beziehungsweise welche Allergene der Betroffene reagiert. Dann kann abgeschätzt werden, ob vielleicht doch der Besitz einer anderen Tierart möglich wäre. Ein Beispiel: Ist ein Hundebesitzer ausschließlich gegen das Hundeallergen Can f 5 sensibilisiert, das aus der Prostata männlicher Hunde stammt, wäre vielleicht eine Hündin ein Ausweg.




Schlagwörter

Tierallergie, Katzen, Hunde

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-10-06 16:07:06
Letzte ńnderung am 2017-10-06 16:48:05



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